Aachen: Aquis Plaza: Zur Eröffnung werden bis zu 80.000 erwartet

Aachen : Aquis Plaza: Zur Eröffnung werden bis zu 80.000 erwartet

Wenn die Zeichen nicht trügen, bahnt sich ab Mitte dieser Woche rund um den Kaiserplatz ein enormes Verkehrschaos an. Jetzt schon, an „normalen“ Tagen, bricht etwa auf der Heinrichsallee zu Hauptverkehrszeiten der Verkehr regelmäßig zusammen.

Schließlich handelt es sich um eine der meistfrequentierten (und schadstoffbelasteten) Kreuzungen der Stadt. Ab Mittwoch, wenn der Superkonsumtempel Aquis Plaza eröffnet wird, muss diese enge Ecke Aachens 70.000 bis 80.000 weitere Besucher verkraften, so viele Neugierige erwartet der Betreiber ECE zur Premiere des Einkaufszentrums. Auch wenn das Gewusel in und vor dem Glasgebäude noch nicht den Eindruck hinterlässt, dass bis Mittwochmorgen alles pünktlich fertig wird.

Permanentes Gewusel vor dem Eingang des Einkaufszentrums an der unteren Adalbertstraße. Ab Mittwoch fahren hier wieder Busse. Foto: Harald Krömer

Händeringend bitten deshalb die Verantwortlichen der Stadt Aachen alle Interessenten, möglichst zu Fuß, per Rad oder per Bus zu kommen. Wenn schon das Auto genommen wird, dann sollte der „Kaiserplatz“ besser aus dem Navi gestrichen werden und als Ziel ein anderes Parkhaus angesteuert werden als das im Aquis Plaza mit gut 600 Plätzen, von denen etwa 70 für die Angestellten reserviert sind. Oder ein P+R-Platz, beispielsweise am Tivoli, am Westfriedhof oder am Waldfriedhof, wo das Fünfer-Ticket für die Fahrt ins Auge des Orkans nur fünf Euro kostet.

Blick zum Kaiserplatz hin: Hier wird der Linksabbieger von der Heinrichsallee in Richtung Parkhaus/Stiftstraße markiert. Foto: Harald Krömer

Für Presseamtsleiter Bernd Büttgens ist klar: „Wir gehen davon aus, dass es am Mittwoch, Donnerstag und Freitag sehr heftig werden wird. Es gibt wahnsinnig viele Menschen, die den ersten Tag erleben wollen.“ OB Marcel Philipp appelliert: „Verteilt Euch so weit wie möglich! Das Parkhaus am Hauptbahnhof könnte eine sehr gute Idee sein.“

Neben dem Prinzip Hoffnung setzen die Verkehrsverantwortlichen aber auch auf konkrete Verbesserungen und Änderungen, die helfen sollen, den zu erwartenden Ansturm zu bewältigen. Denn auch wenn die erste Euphorie sich gelegt hat, werden pro Tag immer noch 25.000 Käufer erwartet. Deshalb wird die Busführung ab Mittwoch geändert, und zahlreiche Linien werden wieder an der Haltestellen in der Stiftsumfahrung halten. Dazu wurden diese auf den modernsten Stand gebracht, inklusive Wetterschutzständen und dynamischen Fahrgastinformationen.

Aseag-Verkehrsleiter Hermann Paetz: „Wir gehen davon aus, dass wir diese am Mittwoch anfahren können.“ Auch wenn das am Montag noch nicht so aussah. Ab Juni 2016 gibt es weitere Änderungen, dann werden zusätzliche Buslinien über die Stiftsumfahrt geleitet — auf der im Frühjahr zu bauenden neuen Trasse über den Willy-Brandt-Platz zum Bushof.

Auch für andere Verkehrsteilnehmer gibt es Verbesserungen, so sollen 290 Stellplätze und Bügel für Fahrräder errichtet werden. Der dafür vorgesehene Platz wird jetzt noch überwiegend von Handwerkern und Lieferanten genutzt, immerhin müssen rund 100 Geschäfte bestückt werden, alle haben eigene Handwerker. Das Parkhaus kann über eine unterirdische Rampe und eine Spindel im Innern angefahren werden, die Ein- und Ausfahrt erfolgt zur Heinrichs-allee hin.

Ausgegangen wird davon, dass darüber 2500 zusätzliche Fahrten pro Tag erfolgen. In dieser Woche werden zehn Verkehrskadetten im Einsatz sein, falls das Parkhaus besetzt ist, soll es gesperrt werden. Zwar herrschten beengte Verkehrsverhältnisse, aber „das ist in der Innenstadt nicht Ungewöhnliches“, meint Planungsdezernent Werner Wingenfeld. Er verweist auf Untersuchungen, dass viele Besucher im Stadtkern nicht per Auto anreisen, sondern andere Verkehrsmittel wählen.

7700 Quadratmeter Verkehrsraum wurden vor dem Aquis Plaza neu gestaltet, Gehwege und Haltestellen mit taktilen Leitelementen ausgestattet. 330.000 Euro musste die Stadt beisteuern, den größten Teil der Kosten übernahm der Investor. Die Stiftsumfahrung bleibt weitgehend Bussen und Taxen vorbehalten, Pkw-Fahrer dürfen sie nur zum Laden nutzen oder wenn sie aus der Stiftstraße herausfahren oder in die Beeckstraße wollen. Die Martin-Luther-Straße wird nach unten hin abgepollert.

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