Aachen: Aquis Plaza ist ab acht Uhr am Start

Aachen : Aquis Plaza ist ab acht Uhr am Start

Sebastian Baumann ist der Futurist in Diensten des ECE-Managements. Er leitet die sogenannten „Future Labs“ des Konzerns. In jenen Filialen des europaweit führenden Shopping-Center-Spezialisten ECE, der heute noch in Händen der Hamburger Familie Otto ist, geht der Blick weit nach vorne, hier soll ein Einkaufserlebnis wie auf einem anderen Stern erprobt werden.

In Aachen kann man das bereits ab heute im neuen Aquis Plaza ab acht Uhr am Morgen riechen, sehen und hören, freute sich Trendsetter Baumann und präsentierte am Dienstag bei einem Rundgang das avantgardistische Duft-, Licht- und Geräuschkonzept des Aquis Plaza. Um acht Uhr wird am Eingang Kugelbrunnen ein blauer Teppich ausgerollt, die Musik spielt, ein Band wird zerschnitten wie bei einer Schiffstaufe — und dann ist das Einkaufsparadies offiziell eröffnet.

Endspurt: Die letzten Plakate wurden gestern Abend noch aufgehängt. Foto: Harald Krömer

Für Technikfreaks endet die Nacht noch früher, weil der Elektroriese Saturn — er ist aus der Reihstraße umgezogen — seine Pforten am Eingang Kaiserplatz bereits um 6 Uhr öffnet, Sonderangebote locken.

Die Errungenschaften der gerade entwickelten „Multisensorik“ sollen ein Wohlfühlfaktor werden und ein besonderes Flair in die Innenräume der riesigen Shopping-Mall zwischen Kugelbrunnen und St. Adalbert bringen. Das Center hat rund 290 Millionen Euro gekostet und ist mit 130 Shops auf insgesamt 29 000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit großen Marken und ebenso kleinen lokalen Anbietern ein echtes Kaliber in der Stadt, ein Kaliber, das die Schwerpunkte in der City sicherlich verschieben wird.

Ob am heutigen Mittwoch ein Verkehrskollaps droht, wird sich zeigen. Rund 600 Parkplätze auf dem Dach des Centers müssen erreichbar sein, dafür sollen Verkehrskadetten sorgen. Für Oberbürgermeister Marcel Philipp überstrahlt die Fertigstellung des Großprojektes die verkehrlichen Unwägbarkeiten am Eröffnungstag: „Ich bin vor fünf Jahren nach Hamburg gefahren, um die ECE-Manager ins Boot zu holen“. Das sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, aber sie seien sein Wunschpartner für das Projekt an der Adalbertstraße gewesen. „Wie Sie sehen, hat sich das gelohnt“, sagte Philipp den „Nachrichten“.

Auch Centermanagerin Kathrin Landsmann ist optimistisch. Von ihr fiel am Dienstag der Stress der letzten Tage etwas ab. Ihre Lieblingsecke liegt im ersten Geschoss mit Sicht auf den stattlichen Turm von St. Adalbert: „Hier in der Lounge der Gelateria La Luna werde ich des Öfteren sitzen und auf St. Adalbert schauen“, schwärmte sie. Ebenso begeistert sie die Selfie-Box im Untergeschoss, die wie die gesamte Galerie mit technischen Finessen gespickt ist.

In dem Center werden insgesamt 700 Menschen ihr Brot verdienen, wenn dann bald alles rund laufen wird. Belegungsmanager Sören Sonnenburg ist froh, quasi auf den letzten Drücker noch die spanische Topp-Marke „Bershka“ an Land gezogen zu haben, die neuesten Modetrends dieses Anbieters werden aber erst kurz vor Weihnachten zu sehen sein. Bershka ist heute noch nicht am Start ebenso wie etwa zehn andere Anbieter, die mit der offiziellen Abnahme ihres Geschäfts noch nicht über die Ziellinie gekommen sind. Zweifelsohne wird der idyllisch im zweiten Obergeschoss gelegene sogenannte Food Court ein gastronomisches Highlight werden. Dort findet man auch lokale Anbieter wie Sultans of Kebab (Bushof). Aachens Großgastronom Alwin Fiebus ist mit der Café-Bar „Aixpresso“ an anderer Stelle vertreten, der Gastronom des White House in der Pontstraße hat mit dem Lokal „Times“ am Eingang Kaiserplatz nun ein weiteres Standbein. Gegenüber gibt es Burger „mit lückenlosem Lebenslauf“ einer Kette, die sich durch biologische Produkte von den Großketten abhebt.

In der Tat hat ECE mit der Galerie in Aachen ein besonderes Stück abgeliefert. Man sei sehr froh, bestätigte ECE-Geschäftsführer Andreas Mattner, rechtzeitig fertig geworden zu sein, auch seinem Kollegen Rainer Maria Schäfer vom Baupartner, der Kölner Strabag Real Estate GmbH, fielen Zentner von der Schulter: „Am Ende ging es noch heiß her“, bestätigte er vor Ort zwischen zwei Telefonaten. Den Erbauern des Aquis Plaza, das stellte der für die Architektur verantwortliche Manager Markus Schedensack heraus, sei es darauf angekommen, das Bauwerk in die Aachener Landschaft einzupassen: „Runde Formen und das Thema Wasser waren für uns die Leitthemen“, sagte er.

Die Galerie ist bis zum 31. Oktober abends bis 22 Uhr geöffnet. Ab November dann herrschen normale Öffnungszeiten durchgehend von 10 bis 20 Uhr.

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