Aachen: Apfelernte im Rabental: Frisch gepresst schmeckt besser

Aachen: Apfelernte im Rabental: Frisch gepresst schmeckt besser

Erntezeit im Rabental: Am Rande der Obstwiese der Bürgerstiftung Lebensraum ist jetzt wieder Apfelsaft frisch gepresst worden. Seit 2005 ist hier das Projekt „Lebensbaumwidmung” ansässig.

Auf der Rabentalwiese im Schatten des Klinikums und in Nachbarschaft von Gut Melaten haben Aachener Kinder in Kooperation mit dem „Freundeskreis Botanischer Garten” die Möglichkeit, einen Baum zu betreuen. „Mit dem Projekt möchten wir die Identifikation mit der Heimat und den eigenen Wurzeln stärken.

Zudem bieten sich für die Kinder neue Möglichkeiten, die Natur zu entdecken und bewusst zu erleben”, erklärt Brigitte Erm, Vorsitzende der Bürgerstiftung Lebensraum, den Sinn der Lebensbäume. Die Kinder würden die Patenschaft für „ihren” Baum oft schon zur Geburt geschenkt bekommen. „Kosten sind damit keine verbunden, wir bitten aber um eine kleine Spende”, sagt Erm. Regelmäßig kämen die jungen Baumpaten mit Geschwistern, Eltern oder Großeltern zur Wiese, um zu sehen wie das Bäumchen wächst und gedeiht.

Da die Bäume im Rabental noch zu jung sind, um Obst zu tragen, behelfen sich die Mitglieder der Bürgerstiftung derzeit mit frisch geernteten Äpfeln eines benachbarten Bauernhofs. „Die Äpfel werden zerkleinert, zu einem Brei verarbeitet und zwischen verschiedenen Brettern gepresst”, erklärt Projektleiter Hubert Schramm den Vorgang, bei dem die Kinder tatkräftig und mit viel Spaß an der Sache mithalfen. Eine mobile Presse der Biostation Städteregion Aachen in Stolberg leistete dabei wertvolle Hilfe. „In etwa fünf Jahren werden die Mädchen und Jungen endlich auch ihre eigenen Äpfel ernten können”, verspricht Erm.

Die mehr als 180 Bäume im Rabental sind bereits alle vergeben. „Derzeit planen wir, eine weitere Wiese am Haarberg mit jungen Bäumen zu bestücken. Interessenten können sich gerne bei uns melden”, ermuntert Erm. Weitere Obstwiesen sollen den Kindern, vor allem aus der Stadt, Gelegenheit geben, einen Apfel in die Hand zu nehmen und zu sehen, wo der Saft eigentlich herkommt. „Wir zeigen, dass da mehr hinter steckt als die Safttüte aus dem Supermarkt”, betont Erm.

Gemeinsames Picknick

Und tatsächlich stellten alle anwesenden Familien begeistert fest, dass so ein frisch gepresster Saft um ein Vielfaches besser schmeckt als das fertige Gemisch aus dem Geschäft um die Ecke. Mit einem gemeinsamen Picknick klang der sonnige Nachmittag im Grünen aus.