Aachen: Anwohner lehnen Fußgängerzone strikt ab

Aachen : Anwohner lehnen Fußgängerzone strikt ab

„Wir wollen an- und abfahren können. Wir wollen nicht mit schweren Einkäufen durch den ganzen Ort laufen.“ Mit diesen Worten brachte Männ Moers als Sprecher der Bürgerinitiative Korneliusmarkt und Benediktusplatz auf den Punkt, was die erbosten Anwohner bewegt. In einem Bürgerantrag machten sie ihren Standpunkt jetzt in der Bezirksvertretung Kornelimünster deutlich.

Die Politiker hatten im September beschlossen, im Bereich der Häuser Benediktusplatz 4 bis 8 und Korneliusmarkt 32 bis 48 eine Fußgängerzone ohne Ladezeiten einzurichten - und zwar aus sicherheitstechnischen Gründen. Bei einem Rettungseinsatz im vergangenen April hatte es offensichtlich Probleme wegen falsch geparkter Autos gegeben. Die ohnehin schon schmalen Gassen seien für die Rettungskräfte nicht zu passieren gewesen, monierte die Feuerwehr.

„Die Berufsfeuerwehr braucht für die Erreichbarkeit der Wohnhäuser in den genannten Gassen der Korneliusstraße und des Benediktusplatzes Fahrgassen von 3, 50 Meter“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Verschiedene Messungen hätten ergeben, dass die notwendige Fahrbahnbreite zum Teil nicht erreicht wird. Aus sicherheitstechnischen Gründen haben die Politiker deshalb beschlossen, zumindest vorübergehend aus den genannten Bereichen eine Fußgängerzone ohne Ladezeiten zu machen.

Die Bürgerinitiative wirft der Bezirksvertretung nun Aktionismus vor. Sie hält die Einrichtung der Fußgängerzone für eine unverhältnismäßige Maßnahme und droht mit rechtlichen Schritten. Restaurants, anliegende Geschäfte und Anwohner hätten unter unzumutbaren Konsequenzen zu leiden, meinte Männ Moers. Und schließlich habe es bis auf den Rettungseinsatz im April bislang keine Komplikationen gegeben. Und mit Blick auf die falsch geparkten Autos habe die Stadt ihre Aufsichtspflicht verletzt. Denn dieses Fehlverhalten sei nie geahndet worden.

Mit Bildern versuchte die Bürgerinitiative zudem nachzuweisen, dass für die Rettungskräfte ausreichend Platz sei. Einschätzung, die die Politiker nicht teilten.

„Die Feuerwehr hat uns vor die Wahl gestellt“, meinte Jakob von Thenen (CDU) und ergänzte: „Entweder absolutes Halteverbot oder Fußgängerzone. Beides führt zu dem gleichen Ergebnis.“ Bernd Krott (SPD) räumte ein, dass man durchaus nach einer anderen Lösung suchen solle. Die Fußgängerzone sei in jedem Fall nur eine vorläufige Lösung, betonten die Politiker immer wieder.

Im Rahmen des Parkkonzepts für den historischen Stadtkern werde man erneut über die Situation am Benediktusplatz und Korneliusmarkt nachdenken. Außerdem stehe noch ein Gerichtsentscheid über die Blumenkübel aus, die ein Nachbar am Benediktusplatz aufgestellt habe, betonten die Politiker. Der sei in jedem Fall abzuwarten.

Ungeachtet der Einwände der Bürger halten die Politiker der Bezirksvertretung weiterhin an ihrem Beschluss fest, die genannten Bereiche des Korneliusmarkt und Benediktusplatz als Fußgängerzone auszuweisen. Die Verwaltung soll sich aber Gedanken machen, ob es nicht vielleicht doch eine andere Lösung gibt. Und sie soll vor Ort prüfen, ob die Fußgängerzone tatsächlich so ausgewiesen wurde, wie es die Vorlage vorgibt.

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