Aachen: Anwohner entsetzt: Schlossstraße bleibt noch bis August Baustelle

Aachen: Anwohner entsetzt: Schlossstraße bleibt noch bis August Baustelle

Wer in der Schlossstraße wohnt oder arbeitet, muss weiterhin eine große Portion Geduld aufbringen: Die Straßenbauarbeiten dort werden erst im August beendet. Stawag und Stadt machen den langen Winter und zusätzlich anfallende Arbeiten für die Verzögerung verantwortlich. Denn eigentlich sollte die Maßnahme bereits im Mai abgeschlossen werden.

Die Schlossstraße, Verbindungsstück zwischen Oppenhoffallee und Bismarckstraße im Frankenberger Viertel, ist bereits seit August 2012 gesperrt. Seit dem Herbst ist der Energieversorger Stawag dabei, Kanal und Versorgungsleitungen zu sanieren. „Mit dem Kanal sind wir fertig. Mit den Wasserleitungen sind wir Ende nächster Woche ebenfalls durch“, erklärte Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen auf Anfrage.

Gasanschlüsse erneuert

Im Zuge der Arbeiten habe man festgestellt, dass auch einige ältere Gasanschlüsse erneuert werden müssen. Die winterliche Witterung, so Bürgerhausen, habe die Arbeiten in der Schlossstraße ebenfalls verzögert: „Wir hatten vor Karneval und vor Ostern ja viel Schnee, das hat uns zurückgeworfen.“

Auch der Telekommunikationsanbieter NetAachen ist in der Schlossstraße aktiv. Da die Straße ohnehin aufgerissen sei, habe man bei der Verlegung des Glasfasernetzes die Maßnahme Schlossstraße vorgezogen, so NetAachen-Sprecher Thomas Schwabe. Nur vereinzelt müsse allerdings der Boden erneut aufgerissen werden, betont er. „In den meisten Fällen können wir unsere Leitungen im Straßenraum gleich mit verlegen“, so Schwabe.

Nach Stawag und NetAachen legt dann schließlich die Stadt los. Unter anderem werde die Schlossstraße zur Einmündung Bismarckstraße hin verengt, erläutert Axel Costard vom städtischen Presseamt. Die Gehwege werden erneuert und verbreitert, 24 Fahrradbügel werden installiert und 13 Bäume neu gepflanzt. Im Zuge der Umbaumaßnahme werden außerdem drei Pkw-Stellplätze neu angelegt, so dass es dann ab August insgesamt 29 Parkplätze in der Schlossstraße gibt. Die Kosten der gesamten Maßnahme sind auf rund 450 000 Euro veranschlagt.

Schon zu Beginn der Bauarbeiten hatte die Stadt um Verständnis sowohl für einige Monate Lärm und Dreck als auch für die Komplettsperrung geworben. Die kurze Schlossstraße, so das Argument, könne nun mal nicht in mehreren Bauabschnitten bearbeitet werden.

Dora Dorenkamp allerdings geht langsam die Geduld aus. Sie ist Mitinhaberin des Frankenberger Buchladens mitten in der Schlossstraße und damit mitten in der Baustelle. „Die Bauarbeiten sind eine unheimliche Belastung für uns“, sagt Dorenkamp. „20 bis 30 Prozent unserer Kunden kommen regelmäßig von außerhalb.“ Diese Kundschaft, die mit dem Auto anreise, sei wegen der Sperrung massiv weggeblieben. Zumal vorher fast ein Jahr lang die Zol­lernstraße saniert wurde.

„Krasse Durststrecke“

„Alle unsere Befürchtungen haben sich bewahrheitet“, klagt Dorenkamp nun. Und das auch noch in Zeiten, in denen die Konkurrenz durchs Internet und die elektronischen Bücher den Buchhändlern vor Ort ohnehin massiv zusetze. Dorenkamp hofft, dass die treuen Stammkunden durchhalten und ihrem Buchladen trotz Baustelle weiterhin die Treue halten.

Auch in den anderen Geschäften an der Schlossstraße ist man nicht begeistert, dass bis in den August an der Straße gearbeitet werden soll. Walter Wieschollek, ­Filialverantwortlicher im Matratzen-Outlet an der Ecke zur Oppenhoff­allee, klagt über die anhaltende Belastung durch die Baustelle. „Das ist eine krasse Durststrecke für uns“, sagt Wieschollek, die Umsätze im Geschäft seien um 25 Prozent zurückgegangen. „Aber wir müssen jetzt durchhalten bis August.“

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