Aachen: Antrag: 40 dieselbetriebene Aseag-Busse nachrüsten

Aachen : Antrag: 40 dieselbetriebene Aseag-Busse nachrüsten

Geld im Tausch gegen bessere Luft — das klingt nach einem guten Handel. Trotzdem ist noch längst nicht klar, ob er auch zustande kommt. In einem Antrag an den Rat der Stadt Aachen fordert die Fraktion der Grünen, die Mehreinnahmen aus den Verstößen gegen die Umweltzone in bessere Luftqualität zu investieren. Dazu haben sie die Busse der Aseag ins Visier genommen.

Nach jetzigem Stand sei mit zusätzlichen Einnahmen zwischen einer und zwei Millionen Euro zu rechnen, die aufgrund zahlreicher Missachtungen der Umweltzone in die Kasse gespült werden, so der mobilitätspolitische Sprecher der Grünen, Wilfried Fischer. Aus Sicht der Grünen soll dieses Geld nun für die Nachrüstung von rund 40 dieselbetriebenen Bussen der Aseag zur Verfügung gestellt werden. „Wir reden hier nicht von den alten Bussen, die teilweise noch mit gelber Plakette herumfahren, sondern es geht um die modernen Fahrzeuge, die gerade zwischen fünf und sechs Jahre alt sind“, sagt Fischer.

Konkret handelt es sich bei der Maßnahme um eine Ergänzung der Abgasanlagen der Busse. Diese sollen mit der sogenannten SCR-Technik ausgestattet werden, wobei durch Zugabe von Harnstoff hinter dem Rußpartikelfilter das die Atemwege schädigende Stickstoffdioxid in Stickstoff, Luft und Wasser umgewandelt wird.

Pro Fahrzeug würden für diese Nachrüstungen Kosten in der Höhe von rund 25 000 Euro anfallen, welche durch die geschätzten Mehreinnahmen gedeckt würden. Die Aseag selbst will sich auf Nachfrage noch nicht öffentlich zu dem Antrag äußern. Man wolle erst die politischen Entscheidungen abwarten, wie Pressesprecher Paul Heesel sagt.

Es ist ein grundsätzliches Problem, das Dieselfahrzeuge im Stadtverkehr mit sich bringen, wie der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Stadtrat, Helmut Ludwig, erklärt. „Durch den Partikelfilter der Fahrzeuge stoßen sie zwar weniger Ruß aus, dafür aber drei- bis sechsmal so viele Stickstoffdioxide.“

Es ist ein Dilemma: Ohne Partikelfilter wäre der extrem schädliche Stickstoffdioxid-Ausstoß zwar geringer, dafür die Rußbelastung zu hoch für die Umweltzone — und mit Filter ist diese niedriger, dafür der Stickstoffdioxid-Anteil in den Abgasen um ein Vielfaches höher. „Die Stadt kann sich nicht aus dieser Situation befreien, ohne ein Fahrverbot zu verhängen“, sagt Ludwig. Das aber sei keine realistische Option.

Mit der Nachrüstung der Aseag-Busse könnte die Stadt zumindest übergangsweise für eine Verbesserung der Luftreinheit sorgen, so die Überzeugung der Grünen. Eine zweckgebundene Verwendung der Einnahmen aus den Verstößen gegen die Umweltzone könne hierbei sinnvoll sein, wie es im Ratsantrag heißt. Würde dieser angenommen, so rechnen die Grünen mit der vollständigen Nachrüstung der Busse bis Ende 2017.

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