Aachen: Anstoß für die neue Ortsmitte

Aachen: Anstoß für die neue Ortsmitte

Bei der langfristig angelegten Umgestaltung der Ortsmitte in Haaren wollen sich die Bezirksvertreter nicht länger hinhalten lassen. In einem ersten Schritt sprachen sie sich in ihrer Sitzung dafür aus, das Bezirksamt von der Alt-Haarener Straße in das denkmalgeschützte ehemalige Schulgebäude an der Germanusstraße, das heute als Bürgerzentrum genutzt wird, zu verlagern.

In unmittelbarer Nähe zur Kirche St. Germanus soll dort ein neuer Platz und damit auch eine neue Ortsmitte entstehen.

Im Idealfall könnte der Umzug in knapp drei Jahren vonstatten gehen. Zunächst aber hat die Bezirksvertretung einstimmig - bei Enthaltung der beiden grünen Vertreter - eigene Mittel für die Planung bereitgestellt, deren Kosten mit rund 50.000 Euro veranschlagt sind.

„Als Anschub, um zu zeigen, dass es uns ernst gemeint ist”, wie Karl-Heinz Starmanns (CDU) erklärte. Aus Sicht von Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten (CDU) gebe es inzwischen „sehr erfreuliche Signale”, dass die Wünsche der Haarener trotz knapper Kassen auch im Rat der Stadt erhört werden. Auch aus Sicht der Verwaltung spricht viel für eine Verlagerung des Bezirksamts.

So seien sowohl das jetzige Bezirksamt als auch das Bürgerzentrum stark sanierungsbedürftig. Bei einer Aufgabe des Standorts Alt-Haarener Straße könnten das Gebäude verkauft und die Sanierungskosten eingespart werden. Das neue Verwaltungsgebäude an der Germanusstraße könnte hingegen auch aus energetischer Sicht auf den neuesten Stand gebracht und zudem barrierefrei umgebaut werden.

Auch die Vereine und die VHS, die derzeit das Bürgerzentrum nutzen, sollen weiterhin ihren Platz in dem Haus haben. Die Höhe der Umbaukosten ist noch unklar, in einer Schätzung aus dem Jahr 2008 war von rund 850.000 Euro die Rede.

Weitreichende Veränderung

Der Umzug des Bezirksamts ist Teil eines größer angelegten Masterplans, der eine weitreichende Veränderung des Ortsbilds vorsieht. So soll der gesamte Bereich um St. Germanus von Gebüsch und Unterholz befreit und zu einem offenen und gut benutzbaren Kirchplatz umgestaltet werden.

Das jetzt noch unzugängliche Areal der ehemaligen Brauerei soll bebaut und mit neuen Wegen durchzogen werden. Auch die Grünflächen am alten Friedhof und zur Wurm hin sollen durch neue Brücken, Wege und Durchlässe besser erschlossen werden. Auf der Trasse der ehemals geplanten Umgehungsstraße Haarener Allee sollen nun „Stadthäuser am Park” errichtet werden.

Diese Pläne sind inzwischen fünf Jahre alt, ohne dass sie bisher sichtbare Veränderungen nach sich gezogen haben. Mit dem Umzug des Bezirksamts soll sich dies nun ändern. Die Umsetzung erscheine inzwischen laut Corsten „nach allem was man hört, sehr viel realistischer, als ich es je zu träumen gewagt habe”.