Aachen: Annakirche strahlt in neuem Glanz

Aachen: Annakirche strahlt in neuem Glanz

Die älteste evangelische Kirche Aachens, die Annakirche in der Stadtmitte, wurde am Sonntag feierlich wiedereröffnet. Elfeinhalb Monate hatten die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten gedauert, bei denen die Kosten in Höhe von 905.000 Euro und die Termine eingehalten wurden. 16 Firmen waren an der Außen- und Innensanierung beteiligt.

Dach und Fenster wurden von Architekt Thomas Blohm-Schröder nach modernen Gesichtspunkten saniert. Die alten Dachpfannen noch aus der Nachkriegszeit waren durch Frost rissig geworden und hätten Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl verursacht. An den Fassaden wurden beschädigte Natursteine ausgebaut und Ersatzstücke vorbereitet.

Die Heizung und die Elektroinstallationen wurden komplett ausgetauscht. Die neue Innenraumgestaltung kann sich sehen lassen, das Farbkonzept strahlt Wärme aus, betont Architekturelemente mit Goldkanten. Stolperfallen im Mittelgang wurden entfernt, das Licht verfügt ab sofort über eine computergesteuerte Dämmung. Die Orgelsicherung wurde im Rahmen der Sanierungsarbeiten ebenfalls gewährleistet.

34 Register und mehr als 2000 Pfeifen zählt die kostbare Weimbs-Orgel, die zu den größten Orgeln Aachens gehört und das „Vorzeigeinstrument“ der Evangelischen Kirchengemeinde ist. Ihr Wert liegt bei etwa 600.000 Euro, für die Sanierungsarbeiten war das mehr als fünf Meter hohe Instrument professionell eingehaust worden, damit es die Bauarbeiten unbeschadet übersteht. Nach Abschluss der Kirchensanierung wurde die Orgel wieder ausgehaust, gewartet, gestimmt und die Mechanik nachreguliert.

Mit rund 450 Besuchern war der Gottesdienst bis auf den letzten Platz besetzt. Mit dem „Hausherrn“ Pfarrer Armin Drack, Pfarrer und Pfarrerin Joachim und Bärbel Büssow, Pfarrerin Sylvia Engels sowie Prädikant Gunnar Heuschkel gestalteten insgesamt fünf Prediger die Messe. 60 Kinder brachten mit Sonnen verzierte Kerzen mit und passend dazu fielen zum Gottesdienst Sonnenstrahlen durch die neuen Fenster und brachten die hell und freundlich gestaltete Kirche zum Strahlen.

Die Predigt hielt Pfarrerin Bärbel Büssow: „Die Kirche ist im geplanten Zeitraum fertig und wir nehmen sie heute fröhlich und dankbar wieder in Gebrauch. Unsere Annakirche erstrahlt in einem neuen Glanz — dank vieler Menschen, die sich für ihre Sanierung in den zurückliegenden Monaten engagiert haben“, freute sie sich gemeinsam mit der Festgemeinde, nach gut neuneinhalb Monaten der Schließung wieder Gottesdienst in der „alten neuen Kirche“ feiern zu können. „Wir singen, loben, danken und freuen uns. Und genau das ist es, was einen Ort zu einem besonderen macht und was wir in einer Kirche - und heute in dieser Kirche - miteinander erleben: Hier kommen wir mit unseren Gebeten und Gesängen Gott nahe.“

70 Sänger führten die Bachkantate „Gott der Herr ist Sonn und Schild“ auf. Dabei handelt es sich um die beliebte, zweimal im Jahr durchgeführte Aktion „Bach-Kantate zum Mitsingen“ des Aachener Bachvereins, bei der nicht nur Gesangssolisten, Chorsänger und das Anna-Orchester unter der Leitung von Georg Hage mitwirken, sondern auch andere interessierte Sänger.

Beim anschließenden Gemeindefest hatten alle die Gelegenheit, auch den neu gestalteten Garten kennenzulernen — ein wahres Refugium in mitten der Innenstadt. Während des Festes gab es zwei Kirchenführungen durch die „gute Stube“ der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen, welche die Geschichte der Kirche und die nun abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen erläuterten. Das Fest endete am Nachmittag mit einem Offenen Singen.

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