Aachen: Anlage soll Feinstaub aus dem Kamin filtern

Aachen: Anlage soll Feinstaub aus dem Kamin filtern

Heizen mit Holz gilt aus nachhaltig und umweltverträglich. Allerdings produziert ein gemütlich wirkender Kaminofen auch Feinstaub. Dass damit nicht die Aachener Luft belastet werden muss, zeigt das Hochgrundhaus an der Lütticher Straße. Dort wurde jetzt ein Großfilter zur Feinstaubreduzierung in Betrieb genommen.

Damit lasse sich die Feinstaubbelastung um 85 Prozent reduzieren, erklärte Thomas Schilling von der Firma Schräder Abgastechnologie, die diese Anlage installiert hat.

Beim Hochgrundhaus, dem Sitz der städtischen Jugendberufshilfe, werde der Rauch nun erst durch den Filter und danach gereinigt durch den Schornstein geleitet. „Wir haben den Auftrag, gesunde Luftverhältnisse zu schaffen”, sagt Klaus Meiners, der stellvertretende Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt.

Die Feinstaubbelastung durch den Verkehr sei rückläufig, dafür machten aber die Kleinfeuerungsanlagen vor allem im Winter Probleme. Wegen steigender Preise für Gas und Öl würden immer mehr Menschen mit Holz heizen, meint Thomas Schilling.

Und so kommen nach Einschätzung von Gerd Peschel vom städtischen Umweltamt bis zu 20 Prozent der Feinstaubemmissionen in Aachen im Winter aus Hausbrandanlagen. Die 2010 in Kraft getretene Aachener Festbrennstoffverordnung sieht vor, dass private Haushalte bis Ende 2014 ihre Kaminöfen nachrüsten.

Solche Anlagen kosten zwischen 1000 und 2000 Euro. Das Filtersystem im Hochgrundhaus wurde vom Land finanziell gefördert.

Alexandra Landsberg vom NRW-Umweltministerium lobte die Anlage als Modellprojekt für das ganze Land. Solche Filtersystem würden nicht nur zur Reinhaltung der Luft beitragen, sondern in den Bereichen Mess- und Filtertechnologie neue Arbeitsplätze entstehen lassen.

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