Angemerkt: Die erschütternde Wahrheit über die Burtscheider Eingemeindungsverschwörung

Angemerkt: Die erschütternde Wahrheit über die Burtscheider Eingemeindungsverschwörung

Im Internet steht es wohl auch falsch, aber Willy Hünerbein möchte das mal klarstellen. „Burtscheid ist nicht nach Aachen eingemeindet worden.“ In den „Nachrichten“ war im Bericht über die Urkundenausstellung im Centre Charlemagne ebenfalls von Eingemeindung die Rede, weshalb Hünerbein sich an die Redaktion gewandt hat.

Wir sollten das doch bitte korrigieren, meint Hünerbein. Zumindest in der Zeitung, gegen Wikipedia können wir nichts ausrichten.

Dort steht, dass Burtscheid am 1. April 1897 „eingemeindet“ wurde und inzwischen zum Stadtbezirk Aachen-Mitte gehört. Willy Hünerbein schmerzt das. Er ist — man ahnt es — bekennender Burtscheider, außerdem altgedienter Kommunalpolitiker, der über 30 Jahre für die SPD im Rat gesessen hat. An die Eingemeindungen 1972 und die damaligen Rivalitäten erinnert er sich noch.

Aber als Burtscheid 75 Jahre zuvor zu einem Teil Aachens wurde, sei das „ein Zusammenschluss durch Vertrag“ gewesen. Unterschrieben hat ihn damals Karl Middeldorf, nachdem später eine Straße in Burtscheid benannt wurde. Sehr viel später, betont Hünerbein, denn die Burtscheider hätten ihrem letzten Bürgermeister lange übelgenommen, dass er ihre Selbstständigkeit aufgegeben habe. Vielleicht wussten sie bloß nicht, dass es doch nur ein Zusammenschluss durch Vertrag war.

Diese Prozedur sei nicht unüblich bei Eingemeindungen, steht bei Wikipedia. Die Internet-Enzyklopädie meint es nicht gut mit Willy Hünerbein und stichelt weiter: Bei einer „echten Gemeindefusion“ entstünde aus zwei vormals selbstständigen Gemeinden eine neue, die auch einen neuen Namen bekomme. Es heißt aber nicht „Aachscheid“ oder „Burtchen“, was noch irgendwie nach Partnerschaft auf Augenhöhe geklungen hätte.

Aber die Burtscheider hätten vertraglich festgeschrieben, erzählt Hünerbein, dass ihre Kureinrichtungen erhalten bleiben mussten, auch seien damals die Burtscheider Ratsleute in den Aachener Stadtrat eingezogen. Na, ja, das wirkt nicht gerade so, als hätte Middeldorf die große Stadt Aachen über den Tisch gezogen.

Aber vielleicht sollte es ja nur so aussehen, als habe Goliath gegen David gewonnen. So konnten die Burtscheider ihr listiges Verschwörungswerk weiter betreiben bis heute. Denn inzwischen wird Aachen von Oberbürgermeister Marcel Philipp regiert — einem gebürtigen Burtscheider! Und mit Armin Laschet haben die Burtscheider einen der ihren als Ministerpräsidenten in der Düsseldorfer Staatskanzlei sitzen. Über ihre Verbindungen ins Weiße Haus, in den Kreml oder gar in die Zentralen von Google und Facebook kann nur spekuliert werden.

Wahrscheinlich hat Burtscheid klammheimlich die halbe Welt eingemeindet. Ganz ohne Vertrag. Die Betroffenen wissen es nicht einmal.

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