Aachen: Andreas Mauritz: Seit 25 Jahren wächst sein Mosaikbild

Aachen : Andreas Mauritz: Seit 25 Jahren wächst sein Mosaikbild

„Ich blicke auf 25 Jahre als Priester zurück, da sind vier Jahre nur ein kleiner Anteil“, sagt Andreas Mauritz zu seiner Zeit als Pfarrer in der Pfarrei St. Jakob. Seit Februar 2011 leitet er die Pfarrei, die aus den vier Gemeinden Sankt Jakob, Heilig Geist, Maria im Tann und Sankt Hubertus besteht.

Am vergangenen Dienstag vor 25 Jahren wurde er von Bischof Klaus Hemmerle zum Priester geweiht. Am Sonntag wird das Jubiläum gefeiert.

„Ich fühle mich in der Pfarrei St. Jakob sehr wohl“, sagt der Priester. Vor etwa vier Jahren hat er seinen Vorgänger Wolfgang Acht abgelöst. „Seitdem hat sich vieles verändert und weiter entwickelt, es hat viele Umbrüche gegeben“, erzählt Mauritz. Vielem in der Pfarrei habe er seinen Stempel aufsetzen und in den Gemeinden seine Ideen umsetzen können.

„Wolfgang Acht hat vieles wunderbar vorbereitet, wovon ich und auch die Gemeinden nun profitieren dürfen“, berichtet Mauritz. Es gebe in der Pfarrei einiges, das er anders handhabe als sein Vorgänger, „aber schließlich geht ja auch jeder mit verschiedenen Dingen unterschiedlich um. Ich würde sagen, dass ich meinen eigenen Weg gefunden habe.“

Großer Aufgabenbereich

Der Pfarrer hat in den vier Gemeinden einen großen Aufgabenbereich. Zu seinen Tätigkeiten gehören unter anderem die Seelsorge, Taufgespräche, Vorbereitungsgespräche zur Trauung, Dienstgespräche mit den 70 Mitarbeitern der Gemeinden, die Leitung des Kirchenvorstandes, Gottesdienste und der ehrenamtliche Vorsitz des Caritas-Rates auf regionaler Ebene.

Um sich neben seinem zeitaufwendigen Beruf in seiner Freizeit ein wenig auszuruhen, trifft sich der Pfarrer gerne und regelmäßig mit Freunden.

„Ich gehe auch sehr gerne wandern, allerdings fehlt mir dazu im Moment leider die Zeit“, erzählt der 51-Jährige. Er besuche auch gerne seinen Bruder, der Franziskaner in Vossenack ist.

„Zu meinem 25-jährigen Jubiläum gönne ich mir selber sieben Tage an der frischen Luft, um aufzutanken und mal etwas anderes zu sehen“, freut sich Mauritz auf seinen bevorstehenden Urlaub.

Kein Wunder, denn vier Gemeinden bedeuten viel Arbeit. Und jede habe unterschiedliche Schwerpunkte. „Es kann nicht in allen Gemeinden alles stattfinden, so wie es früher möglich gewesen ist“, meint der Pfarrer. Daher überlege die Pfarrei gemeinsam mit dem Rat der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG), wo Schwerpunkte in den Gemeinden liegen könnten. So handele es sich bei Heilig Geist um eine Familienkirche, während Sankt Jakob sich immer mehr zu einer Großstadtkirche entwickele. „Zudem sind wir auf dem Weg, einen weiteren Schwerpunkt für diese Gemeinde zu setzen, indem sie zu einer Pilgerkirche wird“, sagt der 51-Jährige. Außerdem handele es sich bei St. Jakob um eine Gemeinde für vorwiegend junge Erwachsene.

Früher Zugang zur Kirche

Auch Mauritz hat schon früh Zugang zur Kirche gefunden. Als Kind war er bereits Messdiener und ist der deutschen Pfadfinderschaft St. Georg beigetreten. Später war er auch als Messdienerleiter und Pfadfinderstammleiter aktiv. „Eigentlich wollte ich Bankkaufmann werden. Da ich aber mit der Kirche so eng in Kontakt stand, habe ich nachgedacht, ob ein Beruf in der Kirche nicht auch für mich in Frage kommen könnte“, erinnert sich Mauritz.

Die Arbeit des Bruders als Franziskaner faszinierte den Priester damals sehr, so dass dies ebenfalls ein Anstoß war, über einen kirchlichen Beruf nachzudenken. Zudem habe er gute Religionslehrer und einen guten Kaplan gehabt, die ihn auf diesen Bereich neugierig gemacht haben. „Es ist wie ein großes Mosaikbild, zu dem immer mehr Mosaiksteine dazugekommen sind“, beschreibt der Pfarrer seine wachsende Entscheidung für seinen Beruf.

Nach seinem Abitur hat er sich dann dazu entschlossen, Theologie in Bonn und Würzburg zu studieren, bevor er im März 1990 im Aachener Dom zum Priester geweiht wurde. In seiner Kindheit war Mauritz nicht nur als Ministrant und Pfadfinder aktiv, sondern auch als Lektor und Sternsinger. Sein Engagement für die Pfadfinderschaft hat er auch als Priester fortgesetzt.

Die Entscheidung, die der Pfarrer damals getroffen hat, so einen Beruf einzuschlagen, habe er in zwei bis drei Phasen in seinem Leben durchaus auch mal bereut, aber das sei wohl in jedem Beruf so. „Ich denke, dass man in seinem Beruf auch daran wächst, darüber nachzudenken, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat“, meint Mauritz.

Jemandem, der vor der Entscheidung steht, ob er diesen Schritt wagen soll, würde der Pfarrer raten, sich auf das Abenteuer einzulassen. „Es hat sich seit meinem Studium Vieles in der Kirche verändert. Diese Arbeit ist oft nicht einfach“, sagt Andreas Mauritz, „aber es ist immer noch ein sehr schöner Beruf.“