Aachen: Andrea Zang stellt im Kulturwerk in den Aachen-Arkaden aus

Aachen : Andrea Zang stellt im Kulturwerk in den Aachen-Arkaden aus

Eigentlich wünscht man sich die fabelhaften Porträts in ihren dunklen Farben in einen dunklen Raum oder gar in Kabinette, die den Reiz der einzelnen Bilder wie ganz besondere Kostbarkeiten präsentieren. Doch auch im hellen Licht des weißen Raums im Kulturwerk greift die Magie der Bilder von Andrea Zang.

Streng in einer Reihe, exakt auf Augenhöhe, hängen die altmeisterlichen Porträts etwa von Kamel- und Pferdedamen in höfisch-eleganter Kleidung, aber auch die neuen Porzellan-Stillleben.

Bisweilen scheinen Märchenhaftigkeit, Ironie und surrealer Unterton der Mensch-Tier-Charakterdarstellung einer gewissen Ernsthaftigkeit zu weichen, wie etwa in dem Diptychon „Wissenslücken“, in dem zwei graue Raubvögel mit scharfen Augen in einer herrschaftlichen Bibliothek Bücher lesen.

Doch die Seiten fliegen davon. Sollten vielleicht doch die Informationen aus einem Smartphone, das halb versteckt zwischen den Büchern liegt, reichen müssen? Ähnlich frustriert scheinen zwei Eulen in dem ebenfalls zweiteiligen Gemälde „Wissensdurst“. Auch sie sitzen in einer herrschaftlichen Prunk-Bibliothek an einem Tisch, aber ohne Bücher. Auch weitere neue Bilder lösen sich von den bereits bekannten Tier-Darstellungen und zeigen Menschen, die wie Marionetten auf einer Bühne bewegt werden.

Neben den Charakterdarstellungen und den offensichtlich politisch motivierten Bildungsmangel- und Polit-Marionetten-Bildern gibt es eine weitere relativ neue Serie, die sich Stillleben mit überwiegend chinesischem Porzellan widmet. Vor fast schwarzem Hintergrund zeigen sich zarte, zerbrechliche, mit typischen Mustern bemalte Geschirrteile, etwa Schalen und Vasen.

Ganz wichtig sind der Künstlerin ihre miniaturkleinen Totemtiere, die sie einer inszenierten Versuchsanordnung unterzieht. Andrea Zang verzichtet bewusst auf Grenzen und Tabus, um ihre geheimnisvollen, fantastischen, surrealen und vielleicht doch auch ernst gemeinten Bilder noch rätselhafter zu machen. „In Facto“ — den Tatsachen entsprechend — nennt sie ihre Ausstellung, die alte und neue Bilder in einen kühnen Zusammenhang bringt. Die Vernissage findet am Samstag, 14. Januar, 18 Uhr, im Kulturwerk der Aachen-Arkaden, Trierer Straße 1, statt, die Ausstellung hängt bis zum 25. Februar.

(ipf)