Aachen: An der Beverstraße entstehen 185 Stadtwohnungen

Aachen: An der Beverstraße entstehen 185 Stadtwohnungen

Wenn alles gut läuft, dann können Ostern 2015 die ersten Wohnungen im neuen Kronprinzen-Quartier bezogen werden. An der Beverstraße, auf dem seit Jahren brach liegenden Grundstück des ehemaligen Finanzamtsgebäudes, entstehen 185 Stadtwohnungen.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Philipp und Planungsdezernentin Gisela Nacken stellten Investoren und Architekten das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Millionen Euro am Dienstag vor.

Erst im Februar haben die Gesellschafter der „Kronprinzen Quartier GmbH“, die Aachener Unternehmensgruppe Quadflieg und die GS Immobiliengruppe, Köln, das rund 12 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Kronprinzenstraße und Beverstraße vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW gekauft. „Und heute haben wir quasi Baurecht“, freute sich Unternehmer Georg Quadflieg. Der Planungsausschuss hatte letzten Donnerstag die erneute Offenlage für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschlossen.

Auch der OB zeigte sich sehr erleichtert, „dass es endlich vorwärts geht“. Philipp ist überzeugt: „Hier entsteht eine tolle Ergänzung zum Frankenberger Viertel.“

Gerhard Wittfeld vom planenden Architekturbüro „kadawittfeldarchitektur“ erläuterte Konzeption und Architektur des Großprojekts: „Wir wollen die Idee des Frankenberger Viertels in Richtung Rothe Erde fortschreiben.“ Dafür werden Elemente der Gründerzeitarchitektur aufgegriffen. Die Neubauten orientieren sich an den klassischen Drei- und Vierfensterhäusern und nehmen sogar prägnante Details wie Sockel, Balkone oder Erkerchen auf. Die beliebten Altbauwohnungen aus dem Frankenberger Viertel soll es im Kronprinzenquartier quasi in moderner Form geben: mit lichten Raumhöhen ab 2,80 Metern. Diese Vielfalt bildet sich auch in den Fassaden ab, die unterschiedlich hoch ausfallen sollen. „Wir verwirklichen eine große Maßnahme in kleinteiligen Häusern“, erklärte Wittfeld. Auf den Dächern sind begrünte Terrassen vorgesehen.

Die Wohnungsgrößen werden zwischen 40 und 200 Quadratmetern variieren. Alle Wohnungen sollen familienfreundlich, altengerecht und barrierefrei sein. Im Innenbereich soll es viel Grün und mehrere wohnungsnahe Spielflächen geben.

Zum künftigen Quadratmeterpreis für Eigentums- oder Mietwohnungen gab es am Dienstag noch keine Angaben. Man sei noch dabei zu rechnen, so André Houben, Geschäftsführer der „Kronprinzen Quartier GmbH“. Dezernentin Gisela Nacken zeigte sich sehr erfreut, dass im neuen Kronprinzen-Quartier 20 Prozent öffentlich geförderte und damit mietpreisgebundene Wohnungen geben wird. Im Vergleich zu anderen Städten ist das ein hoher Anteil.

Der weitere Zeitplan fürs Quartier ist ehrgeizig. Bereits Anfang Oktober, kündigte Georg Quadflieg an, soll die noch vorhandene marode Tiefgarage des ehemaligen Finanzamts abgerissen werden. Hier entstehen später 200 unterirdische Auto-Stellplätze sowie 300 Fahrrad-Stellplätze. Ladestationen für Elektroautos und -fahrräder sind in Planung.

"Spätestens ab Januar 2014 werden wir die Kräne aufbauen“, hofft Quadflieg. Die Neubauten sollen dann in mehreren Bauabschnitten entstehen, los geht es mit 30 Eigentumswohnungen entlang der Beverstraße. Für die Gesamtmaßnahme, schätzt Gerhard Wittfeld, müssen mindestens dreieinhalb Jahre veranschlagt werden.

Über den geplanten Fußweg durch neue Wohnquartier, der besonders bei Eltern und Erzieherinnen der Kindertagesstätte „Mittendrin“ Alarmstimmung ausgelöst hatte, sei noch nicht entschieden, versicherten Marcel Philipp und Gerhard Wittfeld. Man sei im Gespräch. „Es gibt alternative Vorschläge aus der Kita, die interessant sind“, erklärte der OB. Das geht alles ins Verfahren ein. „ich bin sicher, dass wir zu einer Lösung kommen, mit der auch die Kita leben kann.“

Der Planentwurf fürs Kronprinzen-Quartier liegt vom 5. August bis 13. September im Verwaltungsgebäude am Marschiertor, Lagerhausstraße 20, 4. Stock, Zimmer 400, aus. In dieser Zeit können die Aachener Stellungnahmen zur Planung abgeben, die im weiteren Verlauf abgewogen werden.