Aachen: Ampel-Blitze am Berliner Ring vorsorglich außer Betrieb

Aachen: Ampel-Blitze am Berliner Ring vorsorglich außer Betrieb

Die stählernen Zeugen gelten gemeinhin als zuverlässig. Rotlicht-Sünder müssen eher ein Fahrverbot fürchten, wenn sie von einer Ampel-Blitze ertappt werden. Polizeibeamte schaffen die sekundenscharfe Messung kaum so genau, wie der Bußgeldkatalog das verlangt.

Doch nun gerät die Technik in Verruf. Alleine acht Anlagen vom Typ „Traffipax TraffiPhot III“ hat die Stadt Düsseldorf bereits aus dem Betrieb genommen. Die Stadt Aachen hat die Blitze auf dem Berliner Ring in Höhe der Autobahnabfahrt im Visier. Sie ist eine von vier Rotlicht-Überwachungsanlagen in der Stadt. Daneben gibt es noch eine Reihe von Blitzen, die das Tempo der Verkehrsteilnehmer überwachen. Ampel-Verstöße werden ansonsten noch am Kaiserplatz, an der Bastei und an der Ecke Wilhelmstraße/Lothringerstraße fotografiert.

Alle vier Standorte seien vor rund zwei Wochen vom Eichamt Düsseldorf überprüft worden, erklärt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Bemängelt wurde nur die Anlage, die am Berliner Ring den von der Autobahn kommenden Verkehr kontrolliert. „Die ist nur selten in Gebrauch“, sagt Beckers. Die Blitzen seien nicht ständig mit Kameras bestückt, weil alleine das Gehäuse erzieherisch wirkt. Wenn es an einer Messstelle deshalb kaum noch Auffälligkeiten gebe, könne die Kamera andernorts eingesetzt werden. Und so sei die Blitze am Berliner Ring zuletzt vor rund einem Jahr, vom 22. März bis zum 10. April 2017, in Betrieb gewesen, erklärt Beckers. Nun bleibt sie fürs Erste stillgelegt.

Auswirkungen unklar

Probleme bereitet weniger die Anlage selbst als vielmehr ihre Installation. Zwei Induktionsschleifen in der Fahrbahn sorgen dafür, dass die Kamera im Fall des Falles ausgelöst wird. „Bei einer Rotfahrt werden immer zwei Fotos vom Rotlichtfahrer geschossen“, erklärt Beckers. Der Abstand zwischen „A-Sensoren“ und „B-Sensoren“ muss nach Vorgaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bei diesen Anlagen 1,20 Meter betragen. An der Messstelle Berliner Ring sind es nur 1,16 Meter.

Was das bedeutet, wissen die Fachleute offenbar selbst noch nicht. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt kann laut Medienbericht selbst nicht sagen, ob ein zu geringer Abstand zu Fehlmessungen führt. Formal seien die Auflagen präzisiert worden, weil der Mindestabstand oft als unverbindliche Empfehlung missverstanden worden sei.

Die Stadtverwaltung habe bei der Herstellerfirma Jenoptik angefragt, ob dennoch die Messergebnisse richtig sein könnten. „Auf ihrer Internetseite hat die Firma das pauschal bejaht“, sagt Beckers. Der Stadt reiche diese Auskunft aber nicht, „wir warten noch auf eine konkrete Aussage zum bemängelten Messplatz am Berliner Ring“. Bis dahin bleibt die Blitze außer Betrieb.