Aachen: Am Tivoli gibt‘s künftig wieder Fußball pur

Aachen: Am Tivoli gibt‘s künftig wieder Fußball pur

Nach einem einzigen Sieg von Euphorie zu sprechen, ist sicherlich verfrüht. Und 1900 verkaufte Dauerkarten als Zuschauerboom zu bezeichnen ebenso. Dennoch ist vor allem letzteres für die Regionalliga bemerkenswert.

Denn in dieser vierten Fußball-Liga spielt die traditonsreiche Alemannia inzwischen bekanntlich. Am Samstag, 14 Uhr, trägt sie in dieser Spielklasse gegen den SC Verl ihr erstes Heimspiel aus.

„Wir haben mit einem Zuschauerschnitt von 5500 kalkuliert“, sagt Alemannia-Sprecher Lars Kröger, „wir würden uns freuen, wenn so viele Zuschauer am Samstag kämen.“

Ohnehin ist Bescheidenheit eingezogen bei den tief gestürzten Schwarz-Gelben. Oder positiv ausgedrückt: Auf dem Tivoli gibt‘s wieder Fußball pur. Denn ein Rahmenprogramm zum Spiel gibt‘s ebensowenig wie Halbzeitspiel oder sonstige Aktionen. Und auch die Tivoli-Bezahlkarte ist in der Insolvenzmasse verschwunden. Getränke und Würstchen gibt‘s im Stadion künftig wieder gegen Bares. Doch es gibt auch Dinge, die am Tivoli bestand haben. „Robert Moonen ist als Stadionsprecher nach wie vor dabei“, sagt Kröger. Außerdem gibt‘s das Stadionheft Tivoli-Echo weiterhin kostenlos.„Und die Musikanlage und Videowand sind auch in Betrieb“, berichtet der Vereinssprecher weiter.

Nicht in Betrieb werden allerdings neun von insgesamt 23 Blöcken im Stadion sein. Dabei handelt es sich um die Blöcke W3 und W4 auf der Haupttribüne sowie um die Sektoren N3, N4, N5, N6, O1, O2 und O3, die wegen der geringeren Zuschauerzahlen in der Regionalliga geschlossen bleiben. „Das spart Ordner und somit Geld“, beschreibt Kröger die Situation bei einem Klub mit insolventer Lizenzspieler-GmbH.

Doch auch in den verbliebenen Blöcken gibt es noch ausreichend Platz. „Wir freuen uns wirklich über jeden, der am Samstag kommt“, so der Alemannia-Sprecher, der allerdings gleich darauf einschränkt: „Wir freuen uns natürlich nur über jeden friedlichen Fußballfreund.“ Denn die Stadionverbote gegen sogenannte Alemannia-Fans, die in der Vergangenheit vermehrt durch Schlägereien und Randale — auch untereinander — aufgefallen sind, bleiben in Kraft, berichtet Kröger. „Und am Fahnenverbot für die Karlsbande hat sich auch nichts geändert.“

„So etwas noch nie erlebt“

Beim 3:1-Auftaktsieg in Köln haben rund 2000 Anhänger die Schwarz-Gelben begleitet und ihnen einen herzlichen Empfang bereitet. „Viele meiner Spieler haben so etwas noch nie erlebt“, berichtet Trainer Peter Schubert. „So etwas würde ich gerne nochmal erleben.“ Am liebsten schon Samstagnachmittag gegen Verl.

Die Stadionkassen öffnen übrigens um 12.30 Uhr.