Aachen: Am Super C läuft es jetzt wie am Schnürchen

Aachen: Am Super C läuft es jetzt wie am Schnürchen

In gut einer Woche will man ganz unten sein, also 2500 Meter tief. Dann, so die allgemeine Erwartung, ist Aachens tiefstes Loch, durch das einmal heißes Wasser laufen soll, betriebsbereit.

Zurzeit wird Rohr auf Rohr gepackt, jedes zwölf Meter lang, um die lange Leitung zu legen, an manchen Tagen schaffen die Experten 100 Meter. Am Dienstag war RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg an der Baustelle, um sich bei allen Beteiligten für die gute Arbeit zu bedanken. Mit einiger Erleichterung, wie man annehmen darf.

Denn lange Monate hatte es so ausgesehen, als würde das ehrgeizige Geothermie-Projekt der Hochschule nicht mehr von der Stelle kommen: Das Loch unter dem Super C war fertig und aufnahmebereit, aber mit den Rohren klappte es hinten und vorne nicht. Der schlichte Grund: Es gab auf der ganzen Welt kein Material, das den Ansprüchen genügt hätte.

In großer Not machten sich die TH-Wissenschaftler selbst ans Werk und konzipierten vor Ort ein Rohr, dass gleichermaßen Druck aushalten wie Wärme isolieren kann. Das Patent ist mittlerweile angemeldet, und einer der Miterfinder war praktischerweise der heutige Rektor. Schmachtenberg: „Am liebsten würde ich mitschieben.”

Betont wurde am Dienstag, dass die Verzögerungen beim Geothermie-Projekt und die Neuentwicklung der Rohre keine Mehrkosten verursacht hätten, im Gegenteil: Weil der verwendete Werkstoff relativ preiswert sei, komme man nun sogar günstiger davon als geplant.

Mehr von Aachener Nachrichten