1. Lokales
  2. Aachen

Stahlbeton-Fertigteile werden verlegt: Am Napoleonsberg ist Fingerspitzengefühl gefragt

Stahlbeton-Fertigteile werden verlegt : Am Napoleonsberg ist Fingerspitzengefühl gefragt

Die Baustelle am Napoleonsberg in Kornelimünster läuft nach Plan. Auf 90 Meter werden derzeit 62 tonnenschwere Stahlbetonteile verlegt, die Sanierung der Ufermauer ist bereits abgeschlossen. Am Samstag, 11. Juli, wird die Vollsperrung aufgehoben. Doch die Arbeiten gehen weiter.

Die Baustelle ist nicht zu übersehen. Was für viele Verkehrsteilnehmer wegen der Vollsperrung noch bis Samstag, 11. Juli, zur Entschleunigung führt, bedeutet für die verantwortliche Brückenbauingenieurin Barbara Siodmok vom Aachener Stadtbetrieb, Jonas Fuhrmann als Projektleiter des Ingenieurbüros Kempen und Krause und Bauleiter Nils Fouquet der ausführenden Firma Eurovia viel Arbeit. Denn auf der Baustelle geht es in großen Schritten voran.

„Wir liegen perfekt im Zeitplan“, sagt Siodmok. „Wir konnten die Dauer der Vollsperrung schon im Vorfeld deutlich reduzieren und sind zuversichtlich, dass wir sie bis zum 11. Juli wieder aufheben können.“

Wie das städtische Presseamt mitteilt, hat es die Vollsperrung ermöglicht, täglich acht zwischen zwei und vier Tonnen schwere Stahlbetonplatten einzupassen. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Per Krankwagen werden die vorgefertigten Betonteile an die richtige Stelle gehoben und dann mit vereinten Kräften exakt eingefasst. „Schon ein Versatz von wenigen Millimetern kann auf der Länge von 90 Metern große Maßabweichungen verursachen“, sagt Bauleiter Fouquet. Der nicht schnurgerade Verlauf der Mauer entlang der Inde macht die Sache nicht einfacher.

Und trotzdem legen die Mitarbeiter nach Mitteilung des städtischen Presseamtes ein erfreuliches Tempo vor: Am Mittwochmorgen liegen die ersten 16 Platten schon am richtigen Ort und die nächste hängt bereits am Haken des Kranwagens. Die etwa fünf Meter langen Stahlbetonteile liegen auf der Mauerkrone der Inde-Stützmauer auf und werden in der Mitte der Straße an einen zuvor betonierten Tragbalken angeschlossen.

Die Neugestaltung der Fahrbahn inklusive Gehwegverbreiterung nimmt durch das Verlegen der Kragarmplatten schon erste Formen an. Durch die über die Mauer herausragende Platte wird der Gehweg später 2,5 Meter breit und kann für Radfahrer freigegeben werden, um eine sichere Radverkehrsführung am Napoleonsberg zwischen Korneliusmarkt und Steinkaulplatz herzustellen.

Bis es so weit ist, muss aber noch einiges getan werden. Parallel zur Verlegung der Fertigteile gehen die Bewehrungsarbeiten weiter. Wenn alle 62 Fertigteile liegen, wird – wieder per Teilsperrung – der Aufbeton auf die Fertigteile aufgebracht. Damit wären die Betonarbeiten zur Herstellung der Kragarmkonstruktion beendet.

Die Sanierung der Ufermauer ist dagegen bereits abgeschlossen: Von Anfang Februar an wurden Injektionen eines speziellen Zementgemischs durch 130 Bohrlöcher in bis zu mehr als sechs Meter Tiefe gesetzt, um das alte Mauerwerk zu verfestigen. Im April wurde die Stützmauer am oberen Ende des Napoleonsbergs, angrenzend zur Treppenanlage am Steinkaulplatz, um mehr als einen Meter erhöht. Das ist für die geplante Gehwegverbreiterung erforderlich. Die weiteren Maßnahmen inklusive der finalen Asphaltierung werden voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen. sein.

(red)