SPD diskutiert über Stadtentwicklung : Am Bushof muss etwas passieren

SPD diskutiert über Stadtentwicklung : Am Bushof muss etwas passieren

Über die Zukunft des Bushofs mit Abriss- und Umbauplänen wird derzeit viel diskutiert. Doch wie kann man die Situation kurzfristig verbessern? Den Anwohnern und Anliegern brennt das Thema unter den Nägeln. Das wurde bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsverbands Mitte deutlich.

„Der Bushof und die angrenzenden Straßen haben bei den Aachenern einfach kein gutes Image. Wer aber hierher kommt, stellt dann oft fest: So schlimm ist es eigentlich nicht.“ Miriam Klubertz ist seit vier Jahren Inhaberin des Katzencafés „Milou“ in der Alexanderstraße. Wie viele Anwohner und Anlieger des Areals rund um den Bushof ist sie der Einladung zu einem Workshop gefolgt, zu dem der SPD-Ortsverband Aachen-Mitte eingeladen hat und den die Sozialdemokratin Petra Pütmann moderiert. Klubertz und die anderen sind deshalb hier, weil sie die Probleme des Viertels sehen, und etwas dagegen tun wollen.

Etwas gegen die Probleme tun will auch Heidemarie Ernst von der städtischen Koordinationsstelle Bushof. Seit etwa einem halben Jahr ist sie an der Peterstraße unterwegs. Den Teilnehmern des Workshops berichtete sie von ihrer bisherigen Arbeit. „Es gibt einfach vieles, was nicht stimmt“, sagt sie. Sie berichtet davon, dass man zeitweise die Bürgersteige kaum passieren kann, weil diese von der Trinker-Szene regelrecht belagert werden. Sie berichtet von Drogenabhängigen, die sich am helllichten Tag in aller Öffentlichkeit Nadeln in die Venen jagen. Ihre Beobachtungen hat Heidemarie Ernst mit Fotos dokumentiert. Die Bilder, die sie zeigt, sind nicht schön. Ernst betont: „Die Aachener Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass sich hier was ändert.“

Etwas geändert an einer vergleichbaren Situation hat sich am Ebertplatz in Köln. Helle Habenicht aus der Stadt am Rhein berichtet vom Kölner Zwischennutzungskonzept für einen Platz im Norden der City. Auch hier: brutalistische Architektur, leere Ladenlokale, Kriminalität. Langfristig soll der Ebertplatz komplett überplant werden. Doch 1,8 Millionen Euro, so erklärt Habenicht, habe die Stadt Köln in die Zwischennutzung investiert, um die Jahre zu überbrücken, die die Überplanung eben dauert. Es gibt Kunst, Straßenfeste und Aktionen für Kinder.

„Bevor wir hier in Aachen aber mit Kunst und Kultur anfangen, muss man erst mal den Uringestank entfernen“, kommentiert Heidemarie Ernst. So sehen das auch die Anwohner und Anlieger. In drei Arbeitsgruppen der SPD, geleitet von Daniela Jansen, Jens Jäger und Markus Brozio, werden die Themen Arbeiten, Leben und Soziales Miteinander besprochen.

Schnell steht fest: Es fehlen eine öffentliche Toilette und ein Warteraum für Menschen, die auf einen Anschlussbus warten müssen. „Wenn ich Angst habe, nur weil ich mal zehn Minuten auf einen Bus warten muss, dann stimmt etwas nicht“, sagt ein Teilnehmer. Auch müsse man sich um eine Möglichkeit bemühen, die Trinker-Szene von den Bushaltestellen wegzubekommen, ohne sie in andere Stadtbezirke zu verdrängen. „Das nennt man den Wasserbett-Effekt“, sagt Heidemarie Ernst, den gelte es zu vermeiden.

Damit das Arbeitsumfeld im Bushof kurzfristig angenehmer wird, könnte man die Flachdächer begrünen, lautet ein Vorschlag aus der „Arbeit“-Gruppe. Die ehemalige Unterführung sollte man beispielsweise Skatern zur Verfügung stellen. Leere Ladenlokale könnte man kurzfristig Künstlern zur Verfügung stellen, und ungenutzte Freiflächen, beispielsweise vor der Kirche St. Peter, könnten Fahrradparkplätze werden.

Die vielen Ideen will der SPD-Ortsverband nun auswerten und beim nächsten Parteitag vorstellen, um daraus Ratsanträge zu formulieren. „Wir wollen Politik aus der Bevölkerung direkt in den Stadtrat bringen“, erklärt Petra Pütmann.

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