Der Wettbewerb „Certamen Carolinum“: Alte Sprachen sind nicht tot

Der Wettbewerb „Certamen Carolinum“: Alte Sprachen sind nicht tot

In uralten Hallen spielt klassische Musik, Latein wird rezitiert, Applaus erschallt. So oder ähnlich könnte die Grundstruktur der diesjährigen Siegerehrung des Landesschülerwettbewerbs Alte Sprachen NRW „Certamen Carolinum“ beschrieben werden. Ganz im Mittelpunkt des feierlichen Abschlusses des Wettbewerbs in der Aula Carolina des Kaiser-Karls-Gymnasiums standen jedoch die prämierten Schülerinnen und Schüler.

Sie glänzten in den vergangenen Wochen des Wettbewerbs durch herausragende Leistungen auf dem Gebiet der alten Sprachen Latein und Alt-Griechisch.

Den Festakt leitete der Schulleiter des Kaiser-Karls-Gymnasiums, Jürgen Bertram, ein. In seiner Begrüßungsrede betonte er die Wichtigkeit alter Sprachen gerade auch in unserer heutigen Zeit. „Unser Bildungsauftrag an die Jugend lautet: die Macht der Sprache verstehen und nutzen lernen“, erläuterte Bertram auch in Bezug auf Fake News und populistische Tendenzen in der Politik.

Nachdem anschließend die Finalistin des Schülerwettbewerbs, Ivana Nikić, ihren Final-Vortrag „Vergils Dido auf der Couch‘“ zum Besten gegeben hatte, betonte Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, dass es beim Wettbewerb um mehr gehe, als nur um den Erwerb von Sprachkompetenz.“ Sich mit alten Sprachen auseinanderzusetzen sei von großem Wert für junge Menschen. „Wer Latein lernt, wird auch zum Europäer“, sagte Laschet. Das sei der Blick über den nationalen Tellerrand. Nicht zuletzt dieses enorme Potenzial sei Grund für die Schirmherrschaft des Landes Nordrhein-Westfalen über den Wettbewerb. Seit nunmehr 34 Jahren fördert das Bundesland den Sprachenwettbewerb gemeinsam mit der Stadt Aachen.

Es war letztlich Martha Birken, Schülerin der Oberstufe am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen, die sich über den Preis des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen freuen durfte, der ihr von Laschet in Form einer Urkunde überreicht wurde. Der Preis der Teilnahme am internationalen Lateinwettbewerb „Certamen Ciceronianum Arpinas“ ging an Christina Nagy, ebenfalls Schülerin des Heilig-Geist-Gymnasiums. Zuletzt verlieh auch noch die Studienstiftung des deutschen Volkes einen Preis an drei der Finalistinnen. Die Gewinnerinnen waren Ivana Nikić vom Städtischen Görres-Gymnasium Düsseldorf, Tabea Odak vom Heilig-Geist-Gymnasium und Lisa Zhu vom Erzbischöflichen Suitbertus-Gymnasium Düsseldorf.

Jeweiliger Teil des Preises, so ein Vertreter der Studienstiftung, sei außerdem ein Stipendium der Stiftung bei Aufnahme eines wissenschaftlichen Studiums. Die Gewinnerinnen des renommierten Schülerwettbewerbs wurden somit nicht nur an Erfahrungen und fachlich herausragendem Wissen reicher. Sie können aus ihren bewundernswerten Leistungen auch Vorteile für ihre zukünftige wissenschaftliche Karriere ziehen. Doch erstmal steht für alle das Abitur an.

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