Aachen: Alte Musik spielen sie mit Freude und Leidenschaft

Aachen : Alte Musik spielen sie mit Freude und Leidenschaft

Eigentlich dreht sich bei Konzerten ja alles nur um Musik — eben das, was die Ohren aufnehmen. Als aber zwei Ensembles der Musikschule Aachen am Sonntag für jeweils 20 Minuten ihre musikalischen Fähigkeiten zeigten, kam schon beim bloßen Anblick Begeisterung beim Publikum auf.

Denn die zehn jungen Musiker hatten zwei Dinge gemeinsam: Freude am Auftritt und ein Lächeln über beide Ohren. Bei der ausgeprägten Leidenschaft ist es auch nicht verwunderlich, dass sie nun begehrte Preise abstauben konnten.

Die Jungen und Mädchen — im Alter zwischen elf und 17 Jahren — haben nämlich am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie „Alte Musik“ teilgenommen. Während ein Quartett — bestehend aus Natascha Botchway, Leonie Hennecken, Petra Hofmann und Jonas Relitzki — den dritten Preis gewinnen konnte, stand ein Sextett der Musikschule sogar ganz oben auf dem Siegertreppchen. So konnte Pauline Ter­stappen, Mona Breuer, Eleonor Carberry, Benjamin Popien, Ella Rosenberg und Pia Ockenfels die Jury mit ihrer Alten Musik überzeugen.

„Ihr habt den Festsaal des Couven-Museums mit eurer traumhaft schönen Barockmusik zum Klingen gebracht“, schwärmte Susanne Schwier, Kulturdezernentin der Stadt, von den talentierten Instrumentalisten. Auch die Sparkasse Aachen freute sich, dass ihr e finanzielle Unterstützung richtig angelegt war. „Wenn ich die heutige musikalische Kostprobe auf mich wirken lasse, dann steht eines fest: Die Teilnahme des Wettbewerbs zu finanzieren, war ein voller Erfolg“, erklärte Heinz-Willi Laeven von der Sparkasse. Als Dankeschön erhielten die Jungen und Mädchen jeweils ein kleines Präsent.

Engagierte Lehrerin

Um überhaupt erst am Bundeswettbewerb teilnehmen zu dürfen, muss derweil ein weiter Weg zurückgelegt werden: So müssen die nach Altersklassen sortierten Gruppen vorab erster Sieger im Regionalwettbewerb werden, bevor dann wiederum eine Bestplatzierung im Landeswettbewerb für eine deutschlandweite Teilnahme notwendig war.

Großen Anteil am Erfolg der Ensembles hatte auch Bettina Bäss, die beide Gruppen über Wochen und Monate geleitet hat. Für die Blockflötenlehrerin der Musikschule, die seit über 25 Jahren regelmäßig an dem Wettbewerb teilnimmt, war es jedoch nicht die erste Auszeichnung. „Mittlerweile werden andere Gruppen schon nervös, wenn sie ihren Namen auf der Liste lesen“, witzelte Schwier.

Für Bäss sind die Gewinne aber nicht das Wichtigste. „Ich mache das, weil die Schüler und Schülerinnen durch solche Aktionen unheimlich viel lernen können“, erläuterte sie. Dieses Mal war Bäss jedenfalls sehr zufrieden mit der Entwicklung der Musiker. „Das klingt jetzt schon deutlich besser als beispielsweise vor zwei Jahren“, meinte sie.

Das Sextett ist sich in jedem Fall einig: „Wir wollen auch im nächsten Jahr wieder teilnehmen.“ Ob in der gleichen Konstellation weitergemacht wird, ist allerdings noch fraglich. Schließlich steht vor einer möglichen Musikkarriere ja zuerst das Abitur an.

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