„Allerseelenschlacht“ in Aachen erschienen

Olaf Müllers zweiter Krimi : Einblick in die Unheilsgeschichte

Ein Gespräch mit Olaf Müller ist wie die Einladung auf eine Zeitreise. Eine Reise, die einen durch die persönliche Geschichte des gebürtigen Düreners führt, die Historie Europas vor dem Hintergrund der Kämpfe im 2. Weltkrieg erzählt und zuletzt noch eine Reise durch die Welt von Kommissar Fett aus Aachen – dem fiktionalen Kriminalermittler, den Müller bereits zum zweiten Mal an die Arbeit schickt.

„Allerseelenschlacht“ heißt der Nachfolger von Müllers erstem Krimi, „Rurschatten“. „Die Welt von Kommissar Fett ist ein wenig größer geworden, dafür wurde der Erzählzeitraum, in dem die Geschichte spielt, auf neun Tage verengt“, berichtet der Autor von den Unterschieden der beiden Geschichten. Zusätzlich dazu ist es persönlicher geworden: Müller, hauptberuflich Leiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen, widmet „Allerseelenschlacht“ seinem Vater, der selbst im Zweiten Weltkrieg kämpfte und dabei als 17-Jähriger durch drei Kugeln in den Rücken schwer verwundet wurde.

Im Buch selbst geht es nicht direkt um Müllers Vater. Es erzählt stattdessen die Geschichte des U.S.-amerikanischen Veteranen Ray Bell, der zum Memorial Day 2012 nach Belgien reist, um auf dem Militärfriedhof Henri-Chapelle seinen gefallenen Kameraden Eric und Gerald zu gedenken. Und von Paul Verhoeven, einem der drei SS-Offiziere, die Bells Kameraden damals grausam hinrichteten und der kurz vor dem Memorial Day plötzlich tot im Stausee von Obermaubach treibt.

Es entwickelt sich ein hochbrisanter Fall, der die Aachener Kommissare Fett und Schmelzer zusammen mit den hinzugerufenen Kollegen aus Lüttich und Maastricht in einen gefährlichen Strudel um Rache und Nazi-Raubkunst führt. Ein Fall, der zeigen soll, wie wichtig europäische Zusammenarbeit sowie ein Bewusstsein für die gemeinsame Unheilsgeschichte sind.

So zumindest erhofft es sich Europa-Freund Müller, der mit seinem Kriminalroman auch einen Hauch Geschichtslehrer-Touch versprüht. Nur eben unterhaltsam, mit einer persönlichen Note und gleichzeitig historisch sehr sauber recherchiert.

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