Aachen: Alemannia rollt den Kunstrasen aus

Aachen: Alemannia rollt den Kunstrasen aus

„Ich bin so froh, dass wir dieses Baby zur Welt gebracht haben”, strahlt Erik Meijer, Geschäftsführer Sport bei Alemannia Aachen. Die Ausmaße dieses Babys sind beachtlich: 220 mal 75 Meter ist es groß. Meijers Baby, das sind die beiden neuen Kunstrasenplätze auf dem Dach des Parkhauses am Tivoli.

Seit einigen Wochen trainieren bereits die Jugendmannschaften von Alemannia Aachen auf der neuen Spielstätte. Jetzt eröffnete Meijer gemeinsam mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg die neue Sportanlage offiziell.

„Das sind großartige Bedingungen. Die Jugend kann hier mit Blick auf den neuen Tivoli trainieren und hat immer ihr Ziel vor Augen, einmal in dem großen Stadion zu spielen. Da ist wirklich etwas ganz Tolles aus dem Hut gezaubert worden”, freut sich Meijer.

Getauft sind die beiden Babys auch schon: Alkmaar und Hafnar­fjördur heißen die beiden Plätze. Benannt wurden sie von der Sta­dionarbeitsgruppe zur Erinnerung an die Uefa-Pokalspiele von Alemannia Aachen in der Saison 2004/05.

Genutzt wird die Anlage zum Training der U10 bis U23-Jugendmannschaften der Alemannia, sowie als offizielle Spielstätte der U10 bis U17-Teams. Die Städteregion Aachen wird die Plätze im Rahmen ihres Projekts Bildungszugabe ebenfalls nutzen. Rund 500 Stunden im Jahr stehen sie für Schulen und Tageseinrichtungen zur Verfügung.

„Wir brauchen dringend Plätze für die Jugend. Die Kinder sollen professionelles Training kennenlernen und erfahren, wie man sich richtig motiviert und gesund ernährt. Dieses Ergebnis hier oben auf dem Parkhausdach ist einfach sensationell”, erläutert Etschenberg sichtlich begeistert.

Eric van der Luer, sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Alemannia ist eigentlich kein bekennender Kunstrasenanhänger. Die Rückmeldung des Alemannia-Nachwuchses und der Trainer sei aber überwälti-gend. „Die jungen Fußballer kennen ja auch nur noch Kunstrasen und keinen echten Rasen mehr. Das sind jetzt überragende Trainingsbedingungen und einer von vielen Träumen, die wir verwirklicht haben. Das wird die tolle Arbeitsmoral meiner Trainerkollegen noch einmal stärken und dem Nachwuchs tolle Perspektiven bieten”, freut sich van der Luer.

Im März diesen Jahres hatten die Baumaßnahmen begonnen. Hauptinvestor des knapp eine Million Euro teuren Projekts ist die Firma Tecti. „Ich bin seit zehn Jahren Mitglied bei der Alemannia, und Erik Meijer hat einfach eine überzeugende und mitreißende Art. Außerdem ist es wichtig, den Kindern vernünftige Rahmenbedingungen zu bieten”, erläutert Martin Heyen von Tecti das Engagement.

18,50 Meter hohe Flutlichtmasten begrenzen die 16.500 Quadratmeter große Anlage. Umkleidekabinen fehlen derzeit noch. Umziehen müssen sich die Fußballer daher momentan in Containern. Die drei und sechs Meter hohe Umzäunung an den Seiten beziehungsweise hinter den Toren, soll in vier Wochen fertig gestellt sein.