Aachen: Alemannen im „Pius”: Autogrammjagd ohne Aufwärmen

Aachen: Alemannen im „Pius”: Autogrammjagd ohne Aufwärmen

Ein ausgiebiges Aufwärmprogramm gab es nicht. Aber dafür war ohnehin keine Zeit. Ohne Rücksicht auf Verluste hüpften mehr als 400 Schüler in der Aula des Pius-Gymnasiums auf- und ab. Körperliche Höchstleistung war gefragt. Denn: „Wer nicht hüpft der ist kein Aachener, hey, hey.”

Der „Fußball-Professor vom Pius”, so stellte „Nachrichten”-Redakteur Achim Kaiser Lehrer und Organisator Alfred Wick am Donnerstagabend vor, hatte die Massen mobilisiert und der Aula einen schwarz-gelben „Anstrich” verpasst. Da staunte selbst Toptorjäger Benny Auer am Alemannia-Stammtisch nicht schlecht: „Wenn wir so eine Unterstützung auch bei Auswärtsspielen hätten, dann hätten wir eine Sorge weniger.”

Sorge um die Textsicherheit der kleinen Alemannia-Fans musste man im „Pius” nicht haben. Hyballas „Straßenköter”, die stilecht das Podium zur Tivoli-Einlaufmusik „Who Let the Dogs Out?” betraten, wurden frenetisch bejubelt. Jeder einzeln. Mit dem richtigen Name und dem Zusatz „Fußballgott”.

„Schuhe selber putzen”

„In meiner Schulzeit gab es immer Poesiealben. Da habe ich unter Berufswunsch Fußballprofi eingetragen. Ich bin sehr froh, dass mein Traum in Erfüllung gegangen ist”, kam „Fußballgott” Auer als erstes zu Wort. Auch Timo Achenbach, Tolgay Arslan, Erik Meijer, Christian Schmidt und Eric van der Luer griffen noch zum Mikro - wobei mancher eine ganz spezielle Botschaft für die kleinen Alemannia-Fans bereithielt. „Die Schule muss immer an oberster Stelle stehen”, erklärte Arslan und Meijer fügte hinzu: „Erst danach kommt der Fußball. Man braucht eisernen Willen, Disziplin - und muss sich seine Schuhe selber putzen können. Wir müssen Kinder kreieren, die Rückgrat haben”, appellierte der Geschäftsführer Sport an die Eltern, die dem Niederländer mit tosenden Applaus beipflichteten.

Ein ganz besonderer Abend war es auch für Christian Schmidt, da er selbst das Pius-Gymnasium in seiner Kindheit besuchte. „Es ist schon eine tolle Sache, wieder hier zu sein. Vor allem, weil ein guter Schulfreund von mir mittlerweile Lehrer hier am Pius ist”, erklärte Alemannias Torwarttrainer.

Nach der Diskussionsrunde kamen die kleinen Autogrammjäger voll auf ihre Kosten. „Für meinen Freund Daniel. Herzlichst Benny Auer”, lautete die persönliche Widmung für einen Pius-Schüler, der sein „Schätzchen” direkt im Schulspind verschwinden ließ. Dafür hatte sich das Hüpfen doch gelohnt - auch ohne Aufwärmtraining.

Mehr von Aachener Nachrichten