Aachen: AKV: David Lulley moderiert erstmals Ordensverleihung

Aachen : AKV: David Lulley moderiert erstmals Ordensverleihung

Der karierte Frack für Jens Riewa ist schon da. Der Tagesschau-Moderator selbst wird erst am Freitag in Aachen erwartet, um sich auf die Moderation der Ordenssitzung Wider den tierischen Ernst vorzubereiten. Und dann trifft er auch erstmals auf seinen neuen Moderations-Partner David Lulley.

„Nein, wir hatten noch keinen persönlichen Kontakt bis jetzt“, erzählt Lulley. Natürlich kenne er Riewa schon aus den vergangenen Jahren, als er die Ordenssitzung als Elferrat des Aachener Karnevalsvereins (AKV) „quasi aus der zweiten Reihe“ miterlebt habe. Aber auf Augenhöhe mit dem berühmten Tagesschau-Sprecher als gleichberechtigter Moderator erlebt der 40-Jährige am kommenden Samstag seine Premiere bei der Verleihung des ritterlichen AKV-Ordens an Gregor Gysi.

Bei der Prinzenproklamation im Januar hatte David Lulley bereits sowohl sein Mikro als auch den Eurogress gut im Griff. Foto: Andreas Steindl

„Das ist schon eine Herausforderung“, sagt David Lulley, der als Moderator des ehemaligen Lokalsenders Center-TV zwar über Fernseherfahrung verfügt, „aber die Ordensverleihung in einer Fernsehsitzung zu moderieren, ist eine ganz andere Hausnummer, der Rahmen ist viel, viel größer.“

So sieht der Aufbau im Eurogress derzeit aus. Foto: AKV

4,06 Millionen Zuschauer haben sich im vergangenen Jahr die Aufzeichnung der Verleihung an Markus Söder in der ARD angeschaut. Bei der „kleinen kuscheligen Karnevalssendung“, wie Lulley sein Magazin bei Center-TV selbst nennt, „habe ich vielleicht mit 30 bis 40 Zuschauern gerechnet. Ich bin aber trotzdem erstaunlich häufig darauf angesprochen worden“, erinnert er sich.

Auf seine Rolle als Moderator der Ordensverleihung wurde David Lulley in den vergangenen Jahren auch immer wieder angesprochen, und zwar von seinem Vorgänger Rolf Gerrards. „Er hat immer gesagt, dass ich das mal übernehmen werde, aber ich habe ihm das nie so richtig geglaubt.“ Anders als AKV-Präsident Werner Pfeil, für den die Nachfolge von Rolf Gerrards, der im vergangenen Jahr auf eigenen Wunsch als AKV-Vizepräsident zurückgetreten ist, immer schon klar war. „Wir haben ihn auch entsprechend aufgebaut“, sagt Werner Pfeil. Noch bei Center-TV habe er schon für den AKV moderiert, aber auch die vergangenen drei Prinzenproklamationen.

„Der WDR wollte als übertragender Sender ja auch wissen, ob wir jemanden haben, der an die Stelle von Rolfs Gerrards treten kann“, berichtet der AKV-Präsident, „und da konnten wir ihnen guten Gewissens David Lulley präsentieren.“

Bis dahin hatte der verheiratete Familienvater einen langen Weg zurückzulegen. In Mühlheim an der Ruhr geboren, war Lulley als 14-Jähriger erstmals in einem Radiostudio, damals bei Antenne Ruhr in Oberhausen. „Als ich dort die ganzen Radioknöpfe in dem Senderaum gesehen habe, war ich von dieser Welt sofort fasziniert“, erinnert er sich. Bei Antenne Ruhr arbeitete er schon als Jugendlicher nebenbei, schließlich wechselte er hauptberuflich zu Radio Aachen und kam über Center-TV zum AKV. Beschäftigt ist der AKV-Elferrat inzwischen in der Markenkommunikation der Stawag.

Doch bei allen Tätigkeiten stand er auch immer wieder auf Livebühnen. „Ich liebe das mit dem Mikro auf der Bühne, deshalb freue ich mich auch tierisch auf Samstag“, sagt er trotz aller Nervosität, die sich bislang noch in Grenzen halte. Das begründet David Lulley auch mit dem Team, das hinter ihm steht. „Ich bin ja nur der sichtbare Teil der ganzen AKV-Truppe. Da weiß jeder, was er in seinem Aufgabenbereich zu tun hat.“ So eine Sitzung funktioniere wie ein Motor, bei dem ein Rad ins andere greift, sagt Lulley, der augenzwinkernd hofft, „dass ich nicht das kaputte Rädchen im Getriebe bin“.

Gut vorbereitet sind Lulley und der AKV jedenfalls. „Die Planung beginnt schon mit Ende der vorherigen Ordensverleihung“, sagt AKV-Vizepräsident Wolfgang Hyrenbach, bei dem im Elferrat alle technischen Fäden zusammenlaufen. In Abstimmungen mit Veranstaltungstechnikern und Messebauern würden über das Jahr hinweg Gestaltung und Abläufe besprochen, so Hyrenbach, dazu kommen Absprachen mit Polizei und Feuerwahr zu Konzepten für den Brandschutz und die Sicherheit der Ehrengäste. „Die Organisation ist eine Herausforderung an das ganze Elferratsteam“, das rund um die Ordenssitzung mit Ehrenhüten und Ehrenamtlern auf mehr als 20 Personen anwächst.

Und zwei davon haben am Samstag ein Mikro in der Hand: neben AKV-Präsident Werner Pfeil eben David Lulley. „Am Montag, wenn die Sitzung im Fernsehen gezeigt wird, dürfen meine Kinder etwas länger aufbleiben und mitgucken“, sagt er über seine drei und sechs Jahre alten Sprösslinge. „Nur, wenn‘s schlecht war“, sagt er lachend, „dann schicke ich sie ins Bett.“