Aachen: „Aktiv gegen Rechts“: Aufstand findet schon statt

Aachen : „Aktiv gegen Rechts“: Aufstand findet schon statt

Engagement gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ist vielen Aachenern ein wichtiges Anliegen. Das zeigte sich am Samstag an der regen Beteiligung der Bürger bei der 7. Regionalkonferenz „Aktiv gegen Rechts“ in den Räumen der Volkshochschule (VHS) Aachen.

Sie wollen sich wehren gegen wachsende Gewaltbereitschaft und die Drohkulisse, die insbesondere von Rechtspopulisten aufgebaut werde, hieß es zu Beginn der Konferenz. „Es findet derzeit eine Reihe besorgniserregender Ereignisse statt. Wir haben weit mehr als 500 Anschläge auf Asylbewerberheime und den schrecklichen Angriff auf Henriette Reker in Köln“, konstatierte DGB-Regionsgeschäftsführer Ralf Woelk.

Man könne feststellen, dass die rechte Szene auch in der Region deutlich militanter geworden sei. Das erfordere stärkere Wachsamkeit von den Bürgern und einen „Aufstand der Anständigen“, wie er sagte. Dieser Aufstand finde im Kleinen bereits täglich statt. „Noch immer bekommt die Verwaltung jeden Tag Anrufe von Hilfsbereiten, die sich etwa bei der Versorgung von Flüchtlingen engagieren möchten. Für diesen Aufstand der Anständigen muss man nicht unbedingt mit Megafon und Fahne durch die Straße laufen“, sagte Woelk.

Marianne Conradt, Bezirksbürgermeisterin von Aachen-Mitte, hob in diesem Zusammenhang die Volkshochschule positiv hervor, welche sich mit ihren Veranstaltungen bei der demokratischen Bildung der Bürger immer wieder verdient mache. Auch sie forderte die Bewohner der einstigen Kaiserstadt auf, Widerstand gegen Rechts zu leisten:

„Wir selbst haben in Aachen erlebt, wie Rechtsextremisten ihre Parolen skandieren und die Menschen einschüchtern.“ Man sehe immer wieder den Versuch von Rechtspopulisten, den Extremismus salonfähig zu machen. Conradt verurteilte die verbalen und mitunter auch tätlichen Übergriffe auf Flüchtlinge. „Da werden die Schwächsten in unserer Gesellschaft angegriffen“, mahnte sie.

Stärkung der Demokratie

Eine Reihe von Vorträgen beschäftigte sich im Laufe des Nachmittags mit Themen rund um Rechtsextremismus und Flüchtlinge. So wurden etwa Argumente gegen rechte Parolen vorgestellt oder eine Analyse der extremen Rechten und ihrer Politik in den Kommunalparlamenten — alles für das Ziel, welches die Bezirksbürgermeisterin bereits am Morgen formuliert hatte: Mut zu machen für die Stärkung der Demokratie und dafür, ihren Feinden entschieden entgegenzutreten.

(rhl)