Aktion "One Billion Rising" am 14. Februar in Aachen

„One Billion Rising“ : Tanzend gegen Gewalt und Sexismus

Weltweit wird getanzt, und auch Aachen ist dabei. Die Kampagne „One Billion Rising“ protestiert am 14. Februar gegen Gewalt, Sexismus und Ungleichheit.

Sie wollen sichtbar sein. Sie wollen laut sein. Sie wollen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen setzen für eine Welt ohne Gewalt, Sexismus und Ungleichheit. Rund um den Globus beteiligen sich Frauen und Männer am 14. Februar an der Aktion „One Billion Rising“ (Eine Milliarde steht auf). Zum siebten Mal ist auch die Städteregion Aachen dabei. Mitten in Aachen, am Elisenbrunnen, wird an diesem Tag getanzt. Und die Farbe Pink soll ein leuchtender Blickfang sein.

Jede dritte Frau weltweit erfährt in ihrem Leben Gewalt: Schläge, sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat oder Zwangsprostitution. Im Jahr 2012, als die Kampagne „One Billion Rising“ gestartet wurde, war das etwa eine Milliarde Frauen. Von dieser Zahl leitet sich das Motto der Aktion ab.

Organisiert wird die Aachener Initiative auch in diesem Jahr vom Frauennetzwerk in der Städteregion. Dazu gesellt sich ein breites Bündnis an Unterstützern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist zum Beispiel dabei, das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen, die Beratungsstelle Frauen helfen Frauen, die Grünen und die Linksjugend. Neu mit im Boot sind das Frauenbündnis Herzogenrath oder das Gleichstellungsprojekt der Studierendenschaft der RWTH. „Wir freuen uns, dass wir auch junge Menschen für die Aktion gewinnen können“, sagt Sibylle Keupen, die Vorsitzende des Frauennetzwerks.

Vor allem aber hoffen die Veranstalterinnen, dass die Aachener wieder in großer Zahl dabei sind. Die Tänzerin Lazara Grettet Saez und ihre Truppe werden auch diesmal in der ersten Reihe stehen, den Tanz anführen und die Schritte zeigen. Und alle, die mitmachen, sind Teil einer weltweiten Bewegung. Erstmals auftreten wird die 21-jährige Poetry-Slammerin Destina Atmaca. Sie hat eigens für „One Billion Rising“ einen Text geschrieben, den sie am Elisenbrunnen vortragen wird.

Die Kampagne steht in diesem Jahr unter dem Motto „Rise! Disrupt! Connect!“ (Steht auf! Stört! Vebindet Euch!). Die Aachener Aktion fordert zum Beispiel eine ausreichende Finanzierung von Betreuungs- und Beratungsstruktur für die Opfer von Gewalt, eine strafrechtliche Verfolgung jeglicher sexueller Handlung ohne Zustimmung, eine konsequente Bekämpfung der Zwangsprostitution samt Bleibeperspektive für die betroffenen Frauen und ein Verbot geschlechtsdiskriminierender Werbung.

Die Realität zeige immer wieder, dass noch viel zu tun sei, sagen die Veranstalterinnen. Agnes Zilligen von Rückhalt e.V., Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt, verweist darauf, dass das Land NRW Fördergelder zur Beratung traumatisierter Flüchtlingsfrauen streiche. Ann-Katrin Steibert (DGB) erinnert daran, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt häufig immer noch benachteiligt sind. Und Angelika Gey (Frauen helfen Frauen) betont, dass die Zahl der Gewalttaten gegen Frauen anhaltend hoch sind. „Die Zahlen sind konstant bis steigend. Das ist erschreckend. Und häufig ist das eigene Zuhause der gefährlichste Ort für Frauen.“

Vor diesem Hintergrund soll „One Billion Rising“ den Blick auf die vielen Formen von Gewalt rund um den Globus richten. Die Aktion soll vor allem aber ein Zeichen der Stärke und der Solidarität setzen. „Wir wollen zeigen, dass Frauen sich nicht kleinmachen“, sagt Sibylle Keupen.

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