Ein gutes Stück „heile Welt“ ausgezeichnet: Akademie für Handwerksdesign verleiht Rosenberger Designpreis

Ein gutes Stück „heile Welt“ ausgezeichnet : Akademie für Handwerksdesign verleiht Rosenberger Designpreis

Man stelle sich vor: Ein Morgen in einem Großraumbüro, einige Kollegen unterhalten sich wieder lautstark über ihr Wochenende, ein anderer Kollege telefoniert mit einem Kunden und wieder ein anderer tippt laut auf der Tastatur des Computers. Man selbst muss ein wichtiges Gespräch mit einem Kollegen führen, doch wo kann man sich in Ruhe unterhalten? Eine Lösung dafür hat Frederik Schuhwirt, Absolvent der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg, gefunden.

Und diese Arbeit ist nur eine der kreativen Abschlussarbeiten, die die Akademie für Handwerksdesign im Rahmen der Examensfeier Freunden und Familie der Absolventen präsentierte. Die jetzigen Meister- und Handwerksdesigner sowie die Teilnehmer des Teilzeitlehrgangs „Gestalter im Handwerk“ haben also allen Grund zur Freude. Und drei von ihnen durften sich sogar doppelt freuen. Sie erhielten den Rosenberger Designpreis 2019, der einmal im Jahr durch die Aachener Bank und die Akademie für Handwerksdesign der Handwerkskammer Aachen vergeben wird.

„Der Preis zeichnet Arbeiten aus, die als Examensarbeit eine herausragende Qualität durch Originalität, innovative Gestaltung, Entwurf und Ausführung zeigen“, erklärte Dr. Petronella Prottung, Leiterin der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg. In diesem Jahr ging der mit 500 Euro dotierte dritte Platz – und die Auszeichnung für den Jahrgangsbesten – an den 30-jährigen Tischler Hugo Duina aus Frankreich mit seiner Arbeit „Trilog“. Duina reiste im Rahmen seiner Ausbildung und auch danach mit der „Compagnons du Devoir“ durch Frankreich. Über die Organisation wurde Duina schließlich auch auf die Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg aufmerksam und entschloss sich, dort zu studieren. Seine Abschlussarbeit „Trilog“ sei eine Skulptur auf halbem Wege zum Instrument.
Den ebenfalls mit 500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt der gelernte Bootsbauer Frederik Schuhwirt. Schuhwirt entwickelte eine „Kapsel“ als Lösung für Großraumbüros, die durch die Akustik ruhiges Arbeiten und private Gespräche innerhalb der „Kapsel“ ermögliche. Der erste Platz, mit einem Preisgeld von 1000 Euro, ging an Maximilian Schlickenrieder und seine Arbeit „Heile Welt“. Schlickenrieder absolvierte seine Tischler-Lehre in Berchtesgaden. Auf die Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg machte ihn ein Absolvent ebendieser bei einem traditionellen Weißwurst-Frühstück aufmerksam. Bevor die „Heile Welt“ ihre jetzige Form erreichte, hatte Schlickenrieder auch andere Ideen. „Erst hatte ich an einen Marktstand oder ein Festivalzelt für einen Mittelaltermarkt gedacht“. Schließlich entschied er sich, für ein Konzept der „Heilen Welt“, in der er sein Bild von Freunden, die zusammensitzen, verwirklichen konnte: eine überdachte Sitzmöglichkeit mit der geometrischen Grundform eines Dodekaeders.

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