Ärger um Baustellenverkehr am Alten Tivoli in Aachen

Ärger um Baustellenverkehr am alten Tivoli : Anwohner der Emmastraße fürchten hohe Kosten

Noch stehen sie nicht, die sogenannten Wallhäuser am alten Tivoli. Diskussionsstoff bieten sie trotzdem. Denn Anwohner befürchten, dass wegen des Baustellenverkehrs hohe Kosten auf sie zukommen könnten.

Noch ist es ruhig in der Emmastraße, aber damit könnte es schon bald vorbei sein. Nämlich spätestens dann, wenn im Neubaugebiet am Alten Tivoli mit den Bauarbeiten für die sogenannten „Wallhäuser“ begonnen wird, was in Kürze der Fall sein dürfte. Vor allem am Schwerlastverkehr, der künftig durch die Wohnstraßen in der Soers rumpeln soll, entzündet sich der Ärger der Anwohner. Ihre Sorge: Für die Reparatur der dabei eventuell entstehenden Straßenschäden müssten sie als Anlieger letztlich den größten Brocken selbst bezahlen.

„Alleine für das Abtragen des Schuttes, der jetzt noch dort liegt, wird mit mehr als 2000 Schwerlastfahrten gerechnet, dafür sind unsere Anliegerstraßen einfach nicht ausgelegt“, sagt Anwohner Heinz Gehlen. Laut Planung des städtischen Fachbereichs für Stadtentwicklung soll die Zufahrt der Transporte von der Krefelder Straße über die Merowingerstraße und die Emmastraße zur Baustelle führen. Die Abfahrt soll dann über die Straßen Am Tivoli, Soerser Weg und Eulersweg erfolgen. In Summe, so erklären die verärgerten Anwohner, wären so rund 50 Anlieger von dem Schwerlastverkehr betroffen.

Für die Stadt, die mehrere alternative Routen geprüft habe, sei diese jedoch diejenige „mit den am ehesten hinnehmbaren Nachteilen“, wie es in einer Stellungnahme heißt. Andere Varianten hätten etwa direkt am zentralen Spielplatz des Neubaugebiets vorbeigeführt oder eine „unverhältnismäßig teure Erschließung“ zur Folge gehabt.

Genau das sehen die Anwohner anders. Ihrer Ansicht nach wäre eine Zufahrt über den stillgelegten Sportplatz hinter dem Würselener Wall die verträglichste Lösung für alle Beteiligten gewesen, da der Platz wegen der Belastung durch Cadmium und Blei ohnehin abgetragen werden müsse. Bei dieser Variante hätte die Stadt allerdings die Kosten für die provisorische Zufahrtstraße quer über den Sportplatz tragen müssen. Diese, so befürchten die Anlieger, könnten nun auf sie abgewälzt werden. „Die Stadt verkauft das Grundstück teuer, der Bauherr baut günstig – und wir bezahlen am Ende die Zeche“, sagt Anwohner Gehlen.

Stadt argumentiert mit Sicherheit

Seitens der Stadt erklärt man indes, dass vor allem Sicherheitsaspekte den Ausschlag gegeben hätten. Sowohl am stillgelegten Sportplatz wie auch am Spielplatz seien viele Kinder und Jugendliche unterwegs, weswegen man sich gegen diese Streckenführung entschieden habe. „Es gibt aber auch während der Bauzeit immer die Möglichkeit der Nachjustierung. Den Sorgen der Anwohner wegen möglicher Straßenschäden wird durch regelmäßige Begutachtungen selbstverständlich Rechnung getragen“, erklärt Stefan Herrmann vom Presseamt der Stadt Aachen.

Eine Aussicht, die die versammelten Anwohner nicht so richtig aufheitern mag. Sie befürchten vor allem an den Straßenrändern und den Kanälen erhebliche Schäden, auf denen sie im Zweifel sitzen bleiben würden. Dabei betonen sie einhellig: „Wir sind überhaupt nicht gegen die Neubauten, da sollen sie hinstellen was sie wollen. Aber es darf nicht zu unseren Lasten geschehen.“

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