Änderungen bei der Schadstoffsammlung in Aachen

Nutzerzahlen sind rückläufig : Schadstoffmobil nimmt keine Elektrogeräte mehr an

Wohin mit alten Batterien, Akkus, Farben, Lacken oder Elektrogeräten? Aachener und Aachenerinnen, die diese Dinge bislang zum Schadstoffmobil gebracht haben, müssen sich auf Änderungen einstellen.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG, ist nämlich novelliert worden. Und das hat direkte Auswirkungen darauf, was das Schadstoffmobil mitnehmen darf und was nicht.

Diese Erfahrung hat beispielsweise schon eine Anwohnerin des Driescher Hofs gemacht, die den Service, den der Aachener Stadtbetrieb an die Abfallwirtschaft Aachen (AWA) mit Sitz in Eschweiler ausgelagert hat, seit Jahren gerne in Anspruch genommen hat. Doch beim letzten Termin musste sie einen Handstaubsauger wieder mit nach Hause nehmen. Der Grund: Er enthielt einen integrierten Akku. Und Geräte, die nicht entnehmbare Batterien oder Akkus enthalten, dürfen nicht mehr über das Schadstoffmobil entsorgt werden, erklärte ihr der AWA-Mitarbeiter.

„Er hat mich an die Aachener Recyclinghöfe verwiesen“, erzählte die Anwohnerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Dort könne sie ihren Handstaubsauger abgeben. „Dann muss ich ja mit dem Handstaubsauger im Bus durch die halbe Stadt fahren“, erzählte sie weiter. „Oder wie sollen die Menschen, die kein Auto haben, das sonst machen?“ Sie befürchtet, dass hier am falschen Ende gespart werde, „denn dann landen diese Dinge am Ende im Hausmüll oder in der Landschaft“. So habe es auch bis 2018 noch drei Sammeltermine des Schadstoffmobils in Aachen gegeben, aktuell aber nur noch zwei, fügt die Anwohnerin hinzu.

Sparwille ist es jedoch nicht (nur), der die AWA zu diesen Änderungen veranlasst hat, sondern eben die Änderung des Elektrogesetzes. Demnach müssen „Geräte mit integriertem Akku getrennt von anderen Kleinelektrogeräten erfasst werden“, erläutert Regina Brück von der AWA auf Anfrage, daher könnten diese jetzt schon nicht mehr wegen Brand- und Explosionsgefahr vom Schadstoffmobil angenommen werden.

Kleinelektrogeräte ohne Akku nimmt das Schadstoffmobil hingegen noch an – allerdings nicht mehr lange. Deren Erfassung, beschreibt die AWA-Sprecherin das Prozedere, erfolgte „bisher in einem Teil des Containers, in dem hauptsächlich Dispersionsfarben gesammelt werden.“ Da allerdings ab dem kommenden Jahr auch keine Dispersionsfarben mehr vom Schadstoff angenommen würden (>Infobox), so Brück, falle auch die Annahme von Kleinelektrogeräten ohne Akku oder Batterie künftig weg.

Die Gesetzesänderung räume den Bürgern aber zusätzliche Abgabemöglichkeiten ein. „Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte sind verpflichtet, Kleinelektrogeräte immer zurückzunehmen. Weiterhin besteht die Abgabemöglichkeit auf dem Recyclinghof Kellershaustraße“, teilt Regina Brück mit.

Natürlich sei auch ihr wie allen Beteiligten bewusst, „dass die Bürgerinnen und Bürgern durch die geänderten Vorgaben Einschränkungen erfahren. Aber zum einen lassen die gesetzlichen Vorgaben keine anderen Handlungsweisen zu, zum anderen muss auch die Kommune immer den Aspekt der Wirtschaftlichkeit im Auge haben“, sagt sie.

So wurden auch die Termine in Absprache mit der Stadt Aachen reduziert, weil sowohl die angelieferte Menge wie auch die Zahl der Anlieferer rückläufig seien. „Im Gegensatz dazu nutzen immer mehr die stationäre Schadstoffsammelstelle in der Kellershaustraße, die montags bis samstags geöffnet ist“, informiert Brück. „Im Jahr 2018 besuchten nur noch 1823 Bürgerinnen und Bürger die mobile Schadstoffsammlung während 29.470 Anlieferer ihre Schadstoffe zur stationären Schadstoffsammelstelle Kellershaustraße brachten.“

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