Aachen: ADFC fordert: „Radverkehr genug Raum geben“

Aachen : ADFC fordert: „Radverkehr genug Raum geben“

Auch fast eineinhalb Jahre nach dem tödlichen Unfall sind laut Helga Weyers keine signifikanten Verbesserungen erfolgt. Die 2. Vorsitzende des ADFC sieht noch erheblichen Diskussionsbedarf. Und nicht nur am Hansemannplatz.

Wo sehen Sie in Aachen noch dringenden Handlungsbedarf in Sachen Radfahrsicherheit?

Weyers: Wie an der Unfallstelle am Hansemannplatz gibt es in Aachen an vielen Stellen, gerade auch auf dem Alleenring, den Konflikt zwischen geradeaus geführtem (vorfahrtberechtigtem) Radverkehr und links davon geführten Rechtsabbiegern. Verschärft wird die Situation noch auf Gefällestrecken und bei schlechten Sichtbeziehungen. Eine getrennte Signalisierung wäre eine Option. Auch separat geführte Radwege auf Bordsteinen sind häufig für Rechtsabbiegende nicht genügend einsehbar. Weiteren Handlungsbedarf sehen wir an Führungen mit schmalen Schutzstreifen neben überbreiten Fahrbahnen.

Gibt es aus Ihrer Sicht das Patentrezept, um Radfahrer besser zu schützen?

Weyers: Das Patentrezept lautet: Dem Radverkehr genügend Raum geben. Eine ausreichend breite und baulich vom Kfz-Verkehr getrennte Fahrbahn bietet den Radfahrenden die gewünschte und erforderliche Sicherheit. Diese lässt sich jedoch nur einrichten zulasten des motorisierten Individualverkehrs, der in Aachen wie in praktisch allen deutschen Städten noch immer prioritär bedient wird und den größten Teil der öffentlichen Flächen für sich beanspruchen darf. In Zeiten weiter zunehmenden Verkehrs muss bei der Aufteilung des öffentlichen Raums ein Umdenken stattfinden.

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