Aachen: Achtung: An der Uniklink werden Kennzeichen gescannt

Aachen : Achtung: An der Uniklink werden Kennzeichen gescannt

Einem findigen „Nachrichten“-Leser kam diese Sache doch spanisch vor. Er hatte bei einem Besuch in der Uniklinik einen Vorgang auf dem großen Apag-Platz bemerkt, den er bitte aufgeklärt wissen wollte. „Liebes Redaktionsteam“, schrieb er höflich, „mit großem Erstaunen musste ich letzte Woche feststellen, dass bei der Einfahrt zum Parkplatz an der Uniklinik die Kfz-Kennzeichen der einfahrenden Fahrzeuge per Kamera erfasst werden.“

Das erstaunliche Recherche-Ergebnis: Recht hat der Mann, und seine Wissbegierde in Sachen allgegenwärtiger Videobeobachtung und ausgehöhltem Datenschutz darf im Zeitalter von flächendeckender NSA-Überwachung als durchaus angebracht empfunden werden.

Denn tatsächlich findet man an den Einlassschranken aller Apag-Parkplätze rund ums Klinikum je eine Videokamera angebracht — in Kühlergrillhöhe, also genau richtig, um das Kennzeichen zu fotografieren.Das wird dann auf dem Bezahlticket ausgedruckt und so lange im Apag-System abgespeichert, bis der Parkkunde dem Automaten das bezahlte Ticket wieder zum Verspeisen zurückgibt und er aus dem Parkbereich wieder ausfährt.

Doch weniger die Speicherung persönlicher Daten über das Kennzeichen seien im Fokus der Apag, erklärte Sprecherin Anne Linden auf Anfrage. Vielmehr, so Linden, habe man den Service-Gedanken für die Nutzer im Auge gehabt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei Kunden, die über einen längeren Zeitraum dort parken, manchmal das Ticket verloren geht“, erläuterte sie.

Dafür sei dann die Speicherung gut. Man könne so feststellen, wie lange das Fahrzeug dort gestanden habe. Zu eventuellen rechtlichen Bedenken sei der Datenschutzbeauftragte der städtischen Tochter befragt worden, der habe grünes Licht gegeben.

Denn die Infrarotkamera speichere zwar die Daten, sie würden jedoch bei der Ausfahrt automatisch gelöscht. Und die vom Schrankenautomaten wieder eingezogenen Tickets — auf denen ja das Kennzeichen notiert ist — „werden gesondert entsorgt und nicht einfach in den Müll geworfen.“

Unser Leser hatte in seiner Anfrage auch die Frage gestellt, „warum nicht auf die Erfassung hingewiesen“ werde. Werde es schon, meinte Linden, dies mit den allgemeinen Hinweisen auf eine flächendeckende Videoüberwachung der Parkplätze an der Uniklinik. Aber Hand aufs Herz: Die Kameras nimmt kaum jemand richtig wahr und die Sache mit den Kennzeichen ist bislang niemandem aufgefallen.

So könnte ein Hinweis an der Einfahrtschranke nützlich sein, auch wenn die Parkplätze Privatgelände sind, wie Linden am Montag dezent anmerkte. Eines ist mit der Bewirtschaftung der großen Parkflächen vor der Uniklinik seit gut einem Jahr wesentlich besser geworden: Dort waren einst Autodiebstähle und Fahrzeugeinbrüche an der Tagesordnung, was nun inzwischen gegen Null tendiere, erfuhr die Apag-Sprecherin am Montag von der Klinikverwaltung.