"Abstrakte Kunst im Westen"

Eröffnung in Kornelimünster : Gute Perspektiven für das Kunsthaus NRW

„Abstrakte Kunst hat inspiriert, die Welt anders zu sehen“, sagte Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, als sie die Ausstellung „gestalten – Ein Jahrhundert abstrakte Kunst im Westen“ offiziell eröffnete. Zahlreiche Gäste hatten sich im Kunsthaus NRW in Kornelimünster eingefunden, um diese zweite Jubiläumsausstellung zu besuchen.

Von August Macke bis Katharina Grosse sei hier alles vertreten, was Rang und Namen hat, führte die Ministerin aus. Und ganz nebenbei versprach sie, dass dem Kunsthaus in Zukunft mehr Gelder zukommen werden, damit es seinen Anspruch, ein Ort der Begegnung zu sein, erfüllen könne. Erfahrene Künstler sollen hier demnach jungen Künstlern beratend zur Seite stehen.

Die Besucher der Ausstellung bekamen gleich zu Beginn ein Gummiband in die Hand, mit dem sie selbst ein abstraktes Werk gestalten und verändern konnten. Und hier und da fanden sie Gelegenheit, ihre eignen Inspirationen auf Maltafeln zu hinterlassen. Und auch die Skulptur im Garten durften sie nach eigenem Gutdünken verändern. Das sogenannte „Raumbuch“ schließlich sollte ihnen helfen, durch die Räume der Ausstellung zu finden.

Die rund 200 ausgestellten Kunstwerke sind nach Themen wie „Strukturen“, „Muster“ oder „Postmoderne“ angeordnet: Nur im Raumbuch finden sich Erklärungen und Anmerkungen zu den einzelnen Arbeiten. „Nicht ganz übersichtlich“, wie ein Besucher murrend anmerkte.

„Es ist nicht ganz einfach, eine solche Ausstellung in so barocken und opulenten Räumlichkeiten wie denen der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster zu präsentieren“, meinte Dr. Marcel Schumacher, Leiter des Kunsthauses NRW. Aber es sei sehr gut gelungen. Die Ausstellung stelle die Frage, wie die abstrakte Kunst unsere Kultur verändert habe und welche Bedeutung sie für unsere Kultur heute hat.

Vom „schwarzen Quadrat“ über „Ornamente“ bis hin zu Formen und Linien findet sich alles, was die abstrakte Kunst ausmacht. „Bis heute erweitern Künstler das Repertoire formaler Gestaltung“, heißt es im Raumbuch.

Jürgen Staak beispielsweise begab sich auf die akustische Ebene und trat in Sibirien eine Linie in den Schnee: Das knirschende Geräusch ist über Lautsprecher zu hören.

Und auch am digitalen Zeitalter geht die abstrakte Kunst nicht vorbei. Die Ausstellungsbesucher wanderten von Raum zu Raum, um die einzelnen Arbeiten auf sich wirken zu lassen. Und Schumachers Dank galt all jenen, die an der Ausstellung mitgewirkt und sie ermöglicht haben

Zu sehen ist sie noch bis Anfang des kommenden Jahres. „Tragen Sie ihre Eindrücke ins Land, und sorgen Sie dafür, dass das Kunsthaus nicht nur ein Geheimtipp bleibt“, meinte Schumacher abschließend.

Mehr von Aachener Nachrichten