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Bezirksdienst der Polizei: Abschied von der Anlaufstelle Viktoriastraße

Bezirksdienst der Polizei : Abschied von der Anlaufstelle Viktoriastraße

Die Aachener Polizei schließt ihre Anlaufstelle in der Viktoriastraße. Die Bezirksbeamten, die dort viele Jahre ihre Basis hatten, werden aber weiter in ihrem Bezirk im Einsatz sein, demnächst auch mit einer mobilen Wache.

Die Schilder sind abmontiert, die Räume leergeräumt: Nach vielen Jahren ist die Anlaufstelle der Polizei in der Viktoriastraße Geschichte. „Ihre“ Bezirksbeamten müssen die Menschen im Frankenberger Viertel und im Ostviertel aber auch künftig nicht missen: Sie sind im Quartier weiterhin zu Fuß, auf dem Rad oder im Streifenwagen unterwegs. „Die Bezirksbeamten sind weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger da“, betont Dirk Grevenstein, Leiter des Bezirksdienstes in der Stadt Aachen. „Unsere Leute sind auf der Straße präsent, um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken.“

Und auch die üblichen Sprechzeiten des Bezirksdienstes soll es weiterhin geben, allerdings nicht mehr in den Büroräumen an der Viktoriastraße, sondern unter freiem Himmel: Am Kennedypark, am Neumarkt und am Bahnhof Rothe Erde gibt es künftig feste Sprechzeiten (> Info). Und sobald die Corona-Pandemie es wieder zulässt, werden die Beamten mit der mobilen Wache vorfahren. Der blau-weiße VW-Bulli, ein Reserve-Streifenwagen der Aachener Polizei, tut seit dem Sommer 2019 bereits in Brand gute Dienste, nachdem dort die Polizeiwache aufgelöst wurde. In der mobilen Wache kann man zum Beispiel auch Strafanzeigen aufgeben. Vorerst allerdings müssen die Bürger, die bisher die Viktoriastraße angesteuert hätten, dafür zum Beispiel ins Polizeipräsidium an der Trierer Straße, in die Wache Mariental oder demnächst in die gemeinsamen Anlaufstelle von Polizei und Ordnungsamt am Bushof gehen.

Aus Sicht der Polizei ist die Einrichtung einer mobilen Wache als Alternative zur bisherigen Anlaufstelle der richtige Weg. Sie sei sinnvoll, weil sie an unterschiedlichen Standorten im Viertel zu den Sprechzeiten eingesetzt werden könne und darüber hinaus effizient, da kostengünstig sei, sagt Sprecher Frank Plum.

Polizeihauptkommissar Horst Dols ist trotzdem ein wenig traurig, dass er und seine Kollegen die Räume nun verlassen müssen. Immerhin war die Viktoriastraße elf Jahre lang seine Basis. Stolze 250 Quadratmeter hatten er und seine Kollegen Jörg Reill, Thomas Pestner, Michael Höhne und Michael Crousen dort zur Verfügung. Ab sofort haben sie ihre Büros im Mariental. Über die Jahre, erzählt Dols, sei zu vielen Menschen im Viertel ein Vertrauensverhältnis entstanden. Gerne denkt er an die ältere Dame zurück, die früher jede Woche mit Schokolade vorbeischaute.

Seit Jahr und Tag ist der Polizeihauptkommissar mit dem Dienstfahrrad in seinem Bezirk unterwegs. Auch die Verkehrserziehung gehört zu seinen Aufgaben. Dols nimmt an Grundschulen die Fahrradprüfungen im vierten Schuljahr ab. Und zunehmend, erzählt er, trifft er dabei auf Kinder, die im Training mit dem Verkehrserzieher der Polizei das Fahrradfahren erst lernen. Und er ist immer wieder begeistert, wie schnell die Viertklässler den Bogen raushaben.

Dirk Grevenstein ist als Chef des Bezirksdienstes in der Polizeiinspektion 1 (Stadtgebiet Aachen) zuständig für 26 Bezirksbeamte. Nach der Aufgabe der Räume an der Viktoriastraße gibt es noch sechs Anlaufstellen in den einzelnen Stadtteilen. Und aktuell, versichert Frank Plum von der Pressestelle, gebe es im Präsidium keine Überlegungen, das Prinzip der mobilen Wache auf weitere Bezirke auszudehnen.