Aachen: ABK richtet den Blick mit Zuversicht nach vorne

Aachen : ABK richtet den Blick mit Zuversicht nach vorne

Das vergangene Jahr dürfte eines gewesen sein, an das man sich bei ABK-Neustart nicht gerne erinnern wird. Die Turbulenzen um die Insolvenz der Straffälligenhilfe Aachen (SHA) sind auch an den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen nicht spurlos vorüber gegangen.

Dennoch überwog nun beim Neujahrsempfang der neuen gemeinnützigen Gesellschaft die Zuversicht und Erleichterung. Schon der Ort, den die Straffälligenhelfer für ihren Start ins neue Jahr gewählt hatten, zeigte die enge Verbundenheit mit ihrer Arbeit und den Menschen, die sie betreuen. Im Eulershof direkt neben dem Eingang der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen traf man sich, um gemeinsam den Blick nach vorn zu richten.

Dazu habe es mitunter auch ein wenig Überzeugungsarbeit gebraucht, da man beim paritätischen Hilfswerk ABK bisher weder mit Straffälligenhilfe noch mit Suchthilfe zu tun gehabt habe, wie ABK-Geschäftsführer Fred Perlbach erklärte.

Eine Lösung musste her

Zur Übernahme war es Anfang dieses Jahres gekommen, weil die SHA wegen angeblicher Scheinselbstständigkeit einiger ehemaliger Mitarbeiter eine Nachzahlung an die Deutsche Rentenversicherung hätte leisten sollen.

Das Verfahren um die Forderung in sechsstelliger Höhe wird noch immer am Sozialgericht verhandelt, aber eine Lösung musste schon früher her. „Es hätte sonst einen sozialen Träger getroffen, der seit mehr als 30 Jahren eine verdammt wichtige Arbeit leistet“, sagte Perlbach.

Auch der neue Fachbereichsleiter der ABK-Neustart und ehemalige Geschäftsführer der SHA, Martin Czarnojan, attestierte eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Träger. „Manchmal ruckelt es hier und da noch ein wenig, aber wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass das mit uns passen könnte“, sagte er. Außerdem hätten sich auch das nordrhein-westfälische Justizministerium, die Stadt Aachen sowie die Leitung der JVA erfreut gezeigt, dass die Betreuung der Straffälligen fortgesetzt wird.

Dass diese zu einem großen Teil von Ehrenamtlichen geleistet wird, sei für diese Arbeit sehr wichtig, wie er betonte. „Dadurch bekommt die Begleitung der Straffälligen eine ganz andere Qualität, und das ist sicherlich der richtige Weg, um die Leute wieder in die Gesellschaft zurückzuführen.“ Dazu werden die Helfer regelmäßig geschult und ausgebildet im Umgang mit Gefangenen und Haftentlassenen.

Das organisiert bei ABK-Neustart auch weiterhin die Leiterin des Ehrenamtsprojekts, Catrin Brust. Für die Motivation bei der Arbeit mit den Straffälligen sei es sehr wichtig, dass der Erfolg direkt sichtbar sei, sagte sie, die seit 14 Jahren dabei ist. Auch sie blickte an diesem Abend nicht gerade wehmütig zurück: „Anstrengend ist diese Arbeit immer, aber ich habe sicherlich schon schönere Jahre erlebt als das vergangene.“