Aachen: Abgespecktes Medizinzentrum hat nun gute Chancen

Aachen: Abgespecktes Medizinzentrum hat nun gute Chancen

Eine Welle der Erleichterung ging durch die Politik, als im Herbst 2008 offenkundig wurde, dass die Bahn AG eines ihrer Filetgrundstücke direkt neben dem Hauptbahnhof an die Wetzlarer Projektentwickler „Ipem” verkauft hatte. Geplant war ein Medizinzentrum mit Hotel und repräsentativem Glasturm, der Eingang wies zur Burtscheider Brücke.

Das von Prof. Jürgen Erbach (Wetzlar) angestoßene Projekt scheiterte dann jedoch schnell in den städtischen Gremien, da ein hoch geplantes Parkhaus direkt neben dem historischen Hauptbahnhof den Unmut der Politik auf sich zog. Jetzt endlich ist alles neu gerechnet und der Entwurf, der von dem Aachener Büro Pro Plan/Tilke entwickelt wird, kommt am Donnerstag zur Beratung in den Planungsausschuss.

Der bei Pro Plan mit dem Projekt befasste Architekt Hans-Jürgen Clemenz erklärte gegenüber den „Nachrichten”, man hoffe jetzt für die neuen Pläne auf grünes Licht bei den Entscheidungsträgern. Der „vorhabenbezogene Bebauungsplan”, wie es technisch heißt, soll nach einer positiven Entscheidung bis zum Herbst, so Clemenz, „gemeinsam mit der Verwaltung weiterentwickelt” werden.

Im Vorfeld geändert haben die Wetzlarer Investoren ihre Parkhauspläne, das angeprangerte Hochgebäude kommt jetzt völlig unter die Erde. Auch das großzügige Entree an der Burtscheider Brücke wird nunmehr nur noch vierstöckig, der einst geplante Glaskubus ist vom Tisch.

In dem 30-Millionen-Projekt ist weiterhin auf 6000 Quadratmetern ein Zentrum mit Shops und anderen fachbezogenen Einrichtungen rund um die Themen Medizin, Gesundheit, Beauty und Wellness sowie ein Vier-Sterne-Hotel mit 140 Betten geplant, eine billigere Hotelkategorie ist zusätzlich angedacht.

Die planungspolitische Sprecherin der CDU-Mehrheitsfraktion, Maike Schlick, signalisierte denn auch verhaltenen Optimismus für die Entscheidung im Planungsausschuss. „Wir bewerten die Änderung im Großen und Ganzen positiv. Wir werden jedoch darauf drängen, dass der Architektenbeirat die Sache begutachtet.” Der Aachener Architektenbeirat ist ein unabhängiges Gremium von Experten, die bei wichtigen Bauvorhaben mit herangezogen werden.

SPD ist zuversichtlich

Auch die damalige Mehrheitsfraktion und heutige Opposition, die SPD, bekundete durch ihren planungspolitischen Sprecher Norbert Plum Zuversicht. „Die geänderten Pläne könnten durchgehen”, meinte er.

Gut trifft sich, dass der neugewählte Vorsitzende des Architektenbeirats, Ministerialdirigent a.D. Hans Dieter Collinet, sich im ersten sachbezogenen Tagesordnungspunkt des Planungsausschusses vorstellen und zur Arbeit des Architektenbeirats berichten wird.

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