Aachen: Abgasfreier Marktliner erwünscht

Aachen : Abgasfreier Marktliner erwünscht

Mit dem Thema „Markt­liner“ macht der Mobilitätsausschuss jetzt ernst. Viele Aachener Bürger vermissen noch heute schmerzlich „die kleine 4“, jenen mittelgroßen Bus der Linie 4, der einst unmittelbar am Eäzekomp vor dem Rathaus hielt und dann über die Mostardstraße in Richtung Bushof weiterfuhr.

Inzwischen scheint die Zeit wieder reif für eine Marktlinie zu sein, für die die städtische Verwaltung verschiedene Konzepte vorgelegt hatte. So hatten die Grünen 2016 vorgeschlagen, die Linien 4 und 32 in sogenannte Midibussen über den Markt zu führen. Eine andere Variante war, die Linie 13 in einer Schleife über den Markt zu bringen, entsprechende Studien liegen inzwischen vor.

Der Mobilitätsausschuss hat sich auf seiner jüngsten Sitzung nun anders orientiert. Mit nur einer Gegenstimme beschloss man den Vorschlag der großen Koalition, die Verwaltung möge „ein Konzept für eine neue eigenständige, emissionsfreie Buslinie über den Aachener Markt“ erarbeiten. Damit nimmt man einen Vorschlag einer City-Ringlinie wieder auf, die mit reinen E-Bussen betrieben werden könnte.

Nicht zuletzt die Einladung des Geschäftsführers der e.GO-Mobile AG, Professor Günther Schuh, hatte dazu geführt, dass sich die Ausschussmitglieder die Einführung eines elektrogetriebenen und in späteren Ausbaustufen sogar autonom fahrenden Busses als realistische Zukunftsperspektive vorstellen konnten. Für den Betrieb auf der repräsentativen Marktstrecke könnte die Firma bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 den sogenannten e.GO-Mover bereitstellen. Der kleine Bus hat eine kastenförmigen Grundstruktur bei einer Länge von nur 4,50 Metern und könnte bis zu 16 Personen befördern.

Teuer an kleinen Beförderungsmitteln sind stets die Personalkosten. So müssten auch beim Verkehr mit kleineren Midibussen mehr Wagen, also auch mehr Fahrer als bei Standardbussen eingesetzt werden. Das zukunftsträchtige an der Variante eGo-Mover ist nun, dass dieses System nur in der ersten Zeit von Fahrern begleitet werden müsse, wie Günther Schuh dem Ausschuss vortrug. Ein bis zwei Jahre später könne das System sogar autonom fahren, also ohne Personal auskommen. Die eGo-Mover sollen ab 2019 als „homogenisierte“, also zugelassene Prototypen zur Verfügung stehen.

Selbstredend könnte natürlich ebenso jeder andere „emissionsfreie“ Bus, wie es im Beschluss hieß, die Marktstrecke befahren.

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