Aachen: Ab Sommer spielen hier auch die ganz Kleinen

Aachen: Ab Sommer spielen hier auch die ganz Kleinen

30 Millionen Euro haben die Aachener aus dem Konjunkturpaket II bekommen. 20 Millionen davon wurden in Schulen und Kindergärten investiert. 24 städtische Schulen, fünf Privatschulen und acht Kindertagesstätten profitierten von der Finanzspritze von Bund und Land. Einige Ergebnisse der regen Bautätigkeit schaute sich Regierungspräsidentin Gisela Wals­ken am Donnerstag persönlich an.

In Aachen besuchte sie auch die städtische integrative Kindertagesstätte Elsassstraße, die mit dem Geld erweitert und modernisiert wurde. Kita-Leiterin Heike Rinkel-Michalke präsentierte der kleinen Delegation ein komplett umgemodeltes Haus.

Der früher eingeschossige Bau hat ein Obergeschoss bekommen, ein Fahrstuhl wurde eingebaut, der alte Innenhof ist jetzt eine großzügige Eingangshalle mit viel Platz für Sport und Bewegung.

70 Kinder, darunter zwölf mit besonderem Förderbedarf, werden in der Kita betreut. Und ab Sommer kommen dann die Kleinen. Mit den Fördermitteln wurde nämlich auch die Infrastruktur geschaffen, um unter Dreijährige zu betreuen.

„Die Nachfrage nach U3-Plätzen und integrativen Plätzen ist auch bei uns sehr groß”, berichtete Rinkel-Michalke.

Rund 1,6 Millionen Euro hat der Umbau an der Elsassstraße gekostet. Gut 900 000 Euro davon kamen aus dem Konjunkturpaket II. Für die energetische Ertüchtigung gab es außerdem Fördermittel aus einem Bund-Länder-Programm.

„Wir haben das Haus wärmetechnisch eingepackt und so die Energiekosten um 50 Prozent reduzieren können”, erklärte Michael Ferber, technischer Leiter des Gebäudemanagements.

„Für viele Einrichtungen hat das Konjunkturpaket II einen Quantensprung gebracht”, bilanzierte Stadtdirektor Wolfgang Rombey. Allerdings war die Bauzeit an der Elsassstraße ein echter Kraftakt. Zwei der vier Kita-Gruppen wurden ausgelagert. Die beiden anderen aber arbeiteten ein Jahr lang in der Baustelle.

„Man kann Eltern und Personal nur danken, dass sie die Sache so mitgetragen haben”, betonte Rombey. Aus den Erfahrungen habe man Konsequenzen gezogen: Weitere Baumaßnahmen solchen Kalibers sollen nicht mehr im laufenden Betrieb abgewickelt werden. „Künftig werden alle Gruppen vor dem Umbau der Einrichtung ausgelagert, etwa in Pavillons ”, kündigte Rombey an.

Der Umzug in solch ein Provisorium dürfte wohl etlichen Kitas bevorstehen. Die Stadt will die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige massiv erhöhen und dafür auch Kitas ausbauen. Allein in diesem Jahr, schätzt Michael Ferber, müssen womöglich bis zu zwölf Kita-Gruppen aus vier Einrichtungen ausgelagert werden. Feuerwehrchef Jürgen Wolff bezeichnet die Baumaßnahme, die insgesamt rund 5,8 Millionen Euro kostet, als „Start in eine neue Ära, auch in der Zusammenarbeit mit der Städteregion”. Die Fördermittel seien „punktgenau für dieses Projekt gekommen”. (jg)

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