„Kobsi“-Integrationsprojekt soll ausgebaut werden: Ab dem Sommer setzen 20 Schulen auf Inklusionshelfer

„Kobsi“-Integrationsprojekt soll ausgebaut werden : Ab dem Sommer setzen 20 Schulen auf Inklusionshelfer

Selten dürfte die uneingeschränkte Zustimmung so sicher gewesen sein wie in diesem Fall: Der Städteregionsausschuss wird am Donnerstag den Ausbau des Pilotprojektes „Kobsi“ beschließen. Darauf haben sich alle Fraktionen frühzeitig festgelegt, weil der erfolgreiche Einsatz von Inklusionshelfern, wie er seit dem Spätsommer 2015 an Schulen in Aachen und dem Altkreis praktiziert wird, mittlerweile weit über die Städteregion hinaus Beachtung findet.

Selbst die größten Skeptiker, und von ihnen gab es anfänglich eine ganze Menge, bescheinigen dem Ansatz mittlerweile beste Praxistauglichkeit. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Politik dem Vorschlag der Verwaltung folgen und das Projekt um sechs weitere auf dann 20 beteiligte Schulen ausweiten wird. Während mit der städtischen Gesamtschule Stolberg bereits eine entsprechende Vereinbarung für das kommende Schuljahr abgeschlossen worden ist, sollen die übrigen fünf Einrichtungen in den nächsten Wochen ausgesucht werden. An Bewerbern mangelt es dem Vernehmen nach jedenfalls nicht.

Mit „Kobsi“, das als Abkürzung für die wenig einprägsame Bezeichnung „Koordinierungs- und Beratungsstelle für schulische Inklusion“ steht, hat die Städteregion einen neuen Weg bei der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit einem anerkannten sonderpädagogischen Förderbedarf an Regelschulen eingeschlagen.

Anders als bei der in den Sozialgesetzbüchern VIII und XII festgeschriebenen klassischen Eingliederungshilfe, die eine Eins-zu-eins-Betreuung durch sogenannte Schulbegleiter vorsieht, baut das städteregionale „Kobsi“-Modell auf den flexiblen Einsatz von Inklusionshelfern. Diese sind nicht nur einem einzelnen Schüler zugeordnet, sondern können bei Bedarf auch im gesamten Klassenverbund tätig werden. Außerdem gehören sie, anders als Schulbegleiter, dem Kollegium an und sind in die inhaltlichen und organisatorischen Prozesse eingebunden – ein Modell, das in den beteiligten Schulen überaus gut ankommt.

Weil es seit dem Start des Projektes eine durchweg positive Resonanz gegeben hat, treibt die Städteregion den Ausbau bereits seit 2017 voran. Nachdem „Kobsi“ 2015 mit fünf Inklusionshelfern in fünf Grundschulen gestartet war, wurde der Kreis zum Schuljahr 2017/18 auf 13 Inklusionshelfer an acht Grundschulen und fünf weiterführenden Schulen ausgedehnt. Die Kosten wurden in allen Fällen mit Mitteln aus der Inklusionspauschale gedeckt, die die Städteregion vom Land erhält. Im laufenden Schuljahr ist mit der Stadt Stolberg nun erstmals auch eine regionsangehörige Kommune beteiligt. Sie stellt die Finanzierung in der Kupferstädter Gesamtschule sicher.

Im Schuljahr 2019/20 werden 22 Inklusionshelfer an 20 Schulen im Einsatz sein. Dann allerdings wird sich die Politik mit zunehmender Dringlichkeit um eine Fortsetzung von „Kobsi“ bemühen müssen. Denn nach aktuellem Stand der Dinge wird es die Inklusionspauschale des Landes nur noch bis zum 31. Juli 2020 geben. Rund 660.000 Euro würden der Städteregion, die 250.000 Euro an Eigenmitteln beisteuert, danach für die Finanzierung von „Kobsi“ fehlen.

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