Aachen: Aachens Luftqualität lässt weiter zu wünschen übrig

Aachen : Aachens Luftqualität lässt weiter zu wünschen übrig

Aus Sicht der fünf großen Aachener Umweltverbände sind die Bemühungen der Stadt um eine Verbesserung der Luftqualität weiterhin nicht ausreichend. Demnach sind die Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid auch im vergangenen Jahr wieder mehrfach überschritten worden, die Spitzenbelastung habe sogar zugenommen.

Um die Luftqualität zu verbessern, brauche es mehr als die Anfang Februar eingeführte Umweltzone, erklären daher ADFC, BUND, VCD, Greenpeace und Nabu in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Sie kritisieren, dass „Beschränkungen des motorisierten Individualverkehrs in Aachen immer noch nicht mehrheitsfähig“ sind.

Viele Städte in Europa würden Aachen voraus sein. Unter anderem habe es aus Sicht des ADFC in den vergangenen zwei Jahren keine spürbaren Verbesserungen für den Radverkehr gegeben. Und auch für einen leistungsfähigen Busverkehr mit moderner Luftreinhaltetechnik werde zu wenig getan. „Auf eine saubere Busflotte mit Euro-6-Bussen sowie für den älteren Bus-Bestand eine Nachrüstung mit Filtersystemen, welche auch Stickstoffdioxid aus den Abgasen beseitigen, warten die Aachener immer noch vergeblich“, sagt Ulrich Bierwisch vom VCD.

Gespannt sind die Umweltverbände auf den Ausgang einer Klage der Deutschen Umwelthilfe, durch die unter anderem auch in Aachen weitergehende Schritte zur Luftreinhaltung erstritten werden sollen. Denkbar sind unter anderem sogar Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, die als wichtigste Verursacher der Stickstoffdioxid-Belastungen gelten.

„Seit dem VW-Skandal wissen wir, dass die meisten der heute mit grüner Plakette in die Innenstadt fahrenden Diesel die erlaubten NO2-Werte um das Acht- bis Zwölffache übersteigen“, sagt Claus Mayr vom Nabu. „Daraus muss die Politik schnellstens Konsequenzen ziehen, wenn es ihr mit dem Schutz der Gesundheit ernst ist.“

(gei)
Mehr von Aachener Nachrichten