Aachen: Aachens Linke muss noch einmal wählen

Aachen: Aachens Linke muss noch einmal wählen

Voraussichtlich am 13. Juni wird die Aachener Linke einen neuen Versuch unternehmen, ihren OB-Kandidaten zu wählen und die Ratsliste zu bestimmen. Nötig ist das Unterfangen, weil die Landesschiedskommission der Partei die Ergebnisse der Wahlversammlung von Anfang Februar für ungültig erklärt hat.

Die damalige Veranstaltung wies turbulente bis chaotische Begleiterscheinungen auf, das gemäßigte Lager und damit fast die Hälfte der Delegierten war seinerzeit ausgezogen.

In ihrem Monitum Richtung Aachen bemängelt die Schiedskommission diese Vorgänge, aber auch das Fehlen von Wahlkabinen. Auf jeden Fall wird eine neue Versammlung nötig sein, die diesmal vom Landesvorstand geleitet werden soll. Der Aachener Parteichef Darius Dunker: „Ich fühle mich voll bestätigt.”

Der linke Flügel der Linken dürfte weniger angetan sein, denn er hatte im Februar vordere Plätze auf der Ratsliste erringen können. Ob sich die Lager am 13. Juni wieder in gleicher Formation und Intensität gegenüberstehen, hängt auch von inhaltlichen Gesprächen ab, die bis dahin geführt werden sollen.

So wird es am morgigen Donnerstag, 21. Mai, unter dem Motto „Linke Perspektiven für Aachen” zu einer öffentlichen Diskussion über das Kommunalwahlprogramm kommen, zu der auch Nicht-Parteimitglieder eingeladen sind (ab 11 Uhr in der David-Hansemann-Schule, Sandkaulstraße 75). Dunker: „Die Linke will ihr Programm nicht hinter verschlossenen Türen beschließen. Wir laden alle Aachener ein, ihre Vorstellungen einzubringen.”

Köln oder Rostock?

Der Vorsitzende geht davon aus, dass es auch bei der personellen Ausstattung der Liste und der Wahlkreise zu tragfähigen Kompromissen kommt, wie etwa in Köln, wo sich die Flügel ebenfalls ziemlich heftig befehden. Er erinnert jedoch auch an das Beispiel Rostock, wo die trotzkistische SAV, die auch in Aachen stark ist, die Linke verlassen hat.

Horst Schnitzler, Fraktionsgeschäftsführer und schon einmal gewählter OB-Kandidat, will wieder antreten. Seine Sicht der Dinge: „Es ist ein Lernprozess für alle.”

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