NRW soll mehr für Schulen zahlen: Aachens Kinder- und Jugendpolitiker unterstützen OGS-Petition

NRW soll mehr für Schulen zahlen: Aachens Kinder- und Jugendpolitiker unterstützen OGS-Petition

Die Rückendeckung der hiesigen Politik ist den freien Jugendhilfeträgern sicher: Der Kinder- und Jugendausschuss hat am Dienstagabend seine Unterstützung für die Petition der Träger der offenen Ganztagsschulen (OGS) bekräftigt, die eine qualitative Verbesserung der Rahmenbedingungen durch das Land fordern.

Damit sind die Politiker einer gemeinsamen Aufforderung der zehn OGS-Träger, die in der städteregionalen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen sind, an die Städte und Gemeinden gefolgt, sich beim Land für einen Qualitätsausbau stark zu machen.

Seit Jahren beklagen die Träger eine Unterfinanzierung der OGS. Zwar hat das Land seine Fördersätze zum neuen Schuljahr einmalig um sechs Prozent erhöht. Das aber reiche bei weitem nicht aus, um den qualitativen Ausbau voranzubringen, heißt es in der Petition. Die Freie Wohlfahrtspflege hatte eine Anhebung der Landesmittel um knapp 50 Prozent gefordert. Gefordert wird zudem ein landesweit verbindliches OGS-Gesetz.

Im Kinder- und Jugendausschuss ernteten diese Forderungen einhellige Zustimmung. „Auch die Stadt Aachen unterstützt das Ansinnen der freien Wohlfahrtsverbände und appelliert an die Landesregierung, die Forderungen nach einer zukunftssicheren, verlässlichen Finanzierung der OGS, nach verbindlichen und einheitlichen Standards sowie nach einem klaren, gesetzlich festgeschriebenen Auftrag für die OGS analog zu den Kitas, schrittweise umzusetzen“, heißt es im Beschlussvorschlag, über den der Rat der Stadt nächste Woche entscheiden soll. Am heutigen Donnerstag wird der Schulausschuss seine Empfehlung aussprechen.

„Ein gutes Signal“

„Es ist gut und wichtig, dass wir die Petition beschließen“, sagte Peter Tillmanns von der CDU, bemühte sich aber auch, die Erwartungen an die Wirkung dieses Appells zu drosseln. „Was bringt das Rufen des Kinder- und Jugendausschusses auf Landesebene?“ Nur durch politische Einflussnahme könne die Situation für den offenen Ganztag verbessert werden. Nach Ansicht von Hilde Scheidt von den Grünen sollte das Gewicht dieses Appells aus Aachen nicht unterschätzt werden. „Diese Petition ist ein gutes Signal aus einer Stadt, die Gewicht hat“, sagte Scheidt, die mit OB Marcel Philipp dem Vorstand des Städtetags NRW angehört. Der Verband vertritt die Interessen von 40 Städten gegenüber dem Land.

Für Stefanie Koszucki, Geschäftsführerin des Vereins Betreute Grundschulen, ist die Unterstützung durch die hiesige Politik „eine große Hilfe“. „All die Stellschrauben können nur auf Landesebene angezogen werden“, sagte sie am Mittwoch auf Anfrage. Umso wichtiger sei, dass die Stadt ihren Einfluss in Düsseldorf nutze. „Dass die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses die Petition unterstützen, ist natürlich ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für uns.“

(akas)
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