Aachen: Aachens furioser Wettgewinn: 200.000 Euro für Äthiopien

Aachen: Aachens furioser Wettgewinn: 200.000 Euro für Äthiopien

„Die Stadtwette war ein voller Erfolg. Den hatte keiner voraussehen können.” Der Stolz über gesammelte 194.135 Euro war Marcel Philipp ins Gesicht geschrieben. Denn nicht nur die angepeilten 81.333 Euro (für jeden dritten Aachener ein Euro) ist erreicht worden.

Demnächst, spätestens im Herbst nächsten Jahres, wird in der Region South Wollo, etwa 350 Kilometer Luftlinie von Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, entfernt, eine sogenannte Higher Primary School entstehen, die den Namen Aachens trägt.

Anfang Mai war der Oberbürgermeister mit dem ehemaligen Schauspieler Karlheinz Böhm (Sissi) und seiner Ehefrau Almaz eine Wette eingegangen. Wenn er es nicht schaffen würde, jeden dritten Öcher zum Spenden eines Euro zu bewegen, hätte Philipp auf dem Markt Printen backen müssen. Direkt im Anschluss an den 9. Juni, dem letzten Tag der Wette für die Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen”. Für 120.000 Euro versprach Böhm, sollte es sogar eine Schule mit dem Namen der Stadt geben. „Beide Ziele sind eindrucksvoll erreicht worden. Ich bin stolz auf die Aachener. Mit großer Kreativität haben sie sich eingesetzt, Großspenden und viele kleine Beiträge haben ein gewaltiges Ergebnis zur Folge gehabt.”

1000 Kinder dürfen lernen

Und so wird mit Hilfe der spendenfreudigen Aachener ungefähr 1000 Kindern in Äthiopien eine bessere Zukunft ermöglicht. Dies wurde vor allem durch die ständige Präsenz der „Städtewette” in Aachen erreicht, wie Philipp berichtete. „Mit Hilfe der Paten, Theaterintendant Michael Schmitz-Aufterbeck und FH-Rektor Prof. Marcus Baumann, die die Wette unterstützten, war der Spendenmarathon den Bürgern ständig präsent.”

Die Studenten der Fachhochschule Aachen veranstalteten in der Diskothek „Starfish” eine dicke Fete, deren Erlös dem Projekt zu gute kam. Bürgermeister Björn Jansen legte die Platten auf. Auch das Theater Aachen war dem Generalintendanten Michael Schmitz-Aufterbeck und Generalmusikdirektor Marcus Bosch aktiv und veranstalteten ein Benefizkonzert für die Kinder in Afrika.

Nach den Aufführungen im Theater war die Spendenbreitschaft hoch, „wir hatten noch nicht einmal genügend Sammelbüchsen”, merkte Schmitz-Aufterbeck an. Auch viele Schauspieler, Musiker und die Mitarbeiter, ohne die ein Theater nichts auf die Bühne bringen könnte, öffneten Herzen und Geldbörsen. Bekannte Aachener Firmen, wie Junghans, Pro Idee und Grün leisteten ihren Beitrag zum Gelingen der Wette. Über Sieg oder Niederlage des OB entschied auch der Ungarisch-Deutsche Freundeskreis mit einer großzügigen Spende von 30 000 Euro, die den Betrag der Wette über die magischen 81 333 Euro hievte.

„1956, beim Aufstand der Ungarn, haben die Aachener uns ja auch geholfen”, begründete István Csukás, Präsident des deutsch-ungarischen Freundeskreises. Rund drei Millionen Euro kamen bei der Wette von 24 Städten mit Karlheinz Böhm zusammen. Aachen ist dabei die einzige Großstadt, die mit dem vierten Platz ziemlich oben steht. Der Ausgang der Wette sei ein gelungenes Geschenk zum 30-jährigen Gründungstag der Stiftung „Menschen für Menschen”. Selbstverständlich will Philipp, trotz gewonnener Wette, Printen auf dem Markt backen. „Zum Auftakt des September Special”, verspricht er.

Weil Karlheinz und Almaz die Wette glücklich und mit hohen Geldeinnahmen verloren, wird Almaz Böhm am 31. Januar 2012 im Eurogress Aachener Kindern afrikanische Märchen vorlesen.