Aachen: Aachens Bischof entschuldigt sich bei den Opfern

Aachen: Aachens Bischof entschuldigt sich bei den Opfern

Die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs überschatten Ostern, den höchsten christlichen Feiertag, auch im Bistum Aachen.

Das Bistum legte eine Dokumentation der rechtskräftig verurteilten Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche vor. Insgesamt gab es im Bistum von 1953 bis 2000 sieben Fälle mit strafrechtlicher Verurteilung von Priestern.

Darüber hinaus wurde in einem Fall ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren mit der Auflage einer Zahlung von 2000 Euro durch den Beschuldigten eingestellt. Fünf der verurteilten Priester waren nach Verbüßung ihrer Strafe unter strengen Auflagen wieder im kirchlichen Dienst tätig, drei von ihnen sind zwischenzeitlich verstorben. Nach den geltenden diözesanen Bestimmungen würden sie heute keinen neuen kirchlichen Auftrag erhalten, betonte das Generalvikariat.

Bischof Heinrich Mussinghoff sagte eine schonungslose Aufklärung von Missbrauchstaten zu. In einem Brief an die Gläubigen im Bistum Aachen entschuldigte er sich bei den Opfern: „Mein heutiges Wissen um das schuldhafte Versagen einzelner Priester, auch in unserem Bistum, erschüttert mich und belastet mich sehr.” Mussinghoff bekennt zudem, dass falsche Rücksichten auf die Täter und das Ansehen der Kirche genommen und die Opfer vernachlässigt worden seien. Eindringlich fordert er Geistliche und Gläubige auf, dazu beizutragen, dass in den Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen eine Kultur des Hinschauens gepflegt wird. Die momentane Krise stelle die katholische Kirche vor eine ihrer größten Herausforderungen. Sie werde verändert daraus hervorgehen.

Mehr von Aachener Nachrichten