Aachen: AachenMünchener: Stadt sieht „keinen Anlass zur Sorge“

Aachen : AachenMünchener: Stadt sieht „keinen Anlass zur Sorge“

Die Mitarbeiter sind informiert, die Fragen sind gestellt, aber die für viele entscheidende Antwort steht weiterhin aus: Ob mit den Umbauplänen des Versicherungskonzerns Generali ein Arbeitsplatzabbau einhergeht, bleibt einstweilen unklar.

Auch bei der zum Konzern gehörenden AachenMünchener (AM) kann ein Sprecher „zu Einzelheiten im Moment nichts sagen“. Klar ist aber, dass der traditionsreiche Markenname über kurz oder lang verschwinden wird.

Generali werde „in absehbarer Zeit AachenMünchener als Marke übernehmen“, hatte Generali-Pressesprecher Stefan Göbel in der vergangenen Woche gesagt, als der Konzern seine Pläne öffentlich machte. Das Geschäft werde dann unter dem Namen der Kernmarke Generali weiter betrieben, die sei „weltweit eingeführt“.

Gut bekannt ist in Aachen aber auch die AachenMünchener. Als Sponsor engagierte sich die Versicherung unter anderem bei Alemannia Aachen, beendete ihr Engagement aber, als die Kicker in die dritte Liga abstiegen. Lange Jahre konnten die Besucher des Reitturniers in der Soers auf der „AachenMünchener-Tribüne“ Platz nehmen, doch auch diese Zeiten sind vorbei. Zuletzt war die AM beim CHIO 2016 mit im Boot, in diesem Jahr schon nicht mehr.

Die AachenMünchener ziehe sich bereits seit einiger Zeit aus dem klassischen Sponsoring zurück, erklärt der AM-Sprecher, engagiere sich jedoch weiterhin bei gemeinnützigen Projekten wie etwa der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen. Daneben fördert die AM die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH), an deren Gründung sie beteiligt war, unterstützt die Erhaltung des Weltkulturerbes Aachener Dom und hilft finanziell außerdem vielen Vereinen und Initiativen wie etwa den Aachener Laienhelfern, dem Rathausverein, den Tierparkfreunden oder auch dem Aachener Karnevalsverein.

Zudem gehört die AachenMünchener zu den großen Arbeitgebern in der Stadt. Allein die AM beschäftigt hier über 500 Mitarbeiter, insgesamt stehen 1700 Menschen in Aachen in den Diensten des Generali-Konzerns, unter anderem im Rechenzentrum an der Anton-Kurze-Allee auf dem Gelände des Alten Klinikums.

Leuchten deshalb im Rathaus schon die Warnlampen auf? Die Stadtoberen reagieren einstweilen gelassen. „Wir sehen da kein Riesenthema auf uns zukommen“, sagt Stadt-Pressesprecher Bernd Büttgens. Man sei immer im Gespräch, wie mit anderen großen Unternehmen auch. Aus Sicht der Stadtspitze gebe es „momentan keinen großen Anlass zur Sorge“, sagt Büttgens.

Ohnehin gibt es derzeit wenig Konkretes, auf das die Stadt sich einstellen könnte. Nach Auskunft des AM-Sprechers seien die Mitarbeiter in Aachen und an den übrigen Standorten des Unternehmens am Donnerstag und Freitag vergangener Woche über die Pläne des Konzerns informiert worden und hätten die Gelegenheit gehabt, ihre Fragen zu stellen. Nun sollen Gespräche mit den Betriebsräten folgen. Beginnen sollen sie in den nächsten Wochen, hinziehen könnten sie sich über Monate.

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