Aachenerinnen setzen Wegekreuze instand

Wegekreuze im Aachener Westen : Basteln für die Wegekreuze

Sie basteln lustige Weihnachtsengel, kleben originelle Weihnachtskarten oder fertigen andere Deko-Artikel zu christlichen Feiertagen an: Frauen aus Laurensberg haben sich den Erhalt der Wegekreuze im Aachener Westen auf die Fahnen geschrieben. Und wer spendet, bekommt etwas geschenkt.

Flink wandern Monika Kleine-Blecks Finger von der kleinen Schüssel mit Leim zu dem ausgeblasenen Ei, auf das sie mit viel Geschick buntes Seidenpapier klebt. In wenigen Minuten ist von der weißen Kalkschale nicht mehr viel zu sehen, aber bis aus dem Objekt ein fertiger Weihnachtsengel geworden ist, dauert es schon noch eine Weile. Monika Kleine-Bleck sitzt an einem Dienstagmorgen gemeinsam mit ihren Freundinnen im Wintergarten von Cornelia Kleine-Kraiss, um zu basteln. Aber nicht etwa für den eigenen Weihnachtsbaum. Der Engel wird irgendwann bei jemandem landen, der eine Spende für die Aachener Wegekreuze abgibt.

Angefangen hat alles mit einem Spaziergang durch den Aachener Wald. „Ich war mit einer Freundin aus Bonn im Wald unterwegs und völlig geschockt über den Zustand der Wegekreuze, an denen wir vorbeigekommen sind“, erzählt Cornelia Kleine-Kraiss. Schnell stand für sie fest, dass sie sich um die Kreuze in Laurensberg und darüber hinaus kümmern möchte – und schnell hat sich eine ganze Gruppe von Frauen gefunden, die ihr dabei helfen. Mehrere tausend Euro sind in den vergangenen Jahren bereits zusammengekommen. Doch es gibt noch viel zu tun.

Mit Hilfe der Laurensberger Heimatfreunde haben Cornelia Kleine-Kraiss und ihre Mitstreiterinnen Monika Kleine-Bleck, Elke Chorus, Gisela Krückels und Gabriele Mathieu über die Jahre einen guten Überblick darüber gewonnen, wo überall Wegekreuze stehen, in welchem Zustand sie sind und wer der richtige Ansprechpartner ist, um bei der Restaurierung zu helfen. „Allein in der Umgebung von Laurensberg gibt es mehr als 60 Wegekreuze“, sagt Cornelia Kleine-Kraiss, und die sind aus ganz unterschiedlichen Materialien: Holz, Metall, Stein oder teils sogar aus Marmor.

Das Kreuz unterhalb der Laurensberger Pfarrkirche wollen sich die Frauen als nächstes vornehmen. Foto: ZVA/Michael Jaspers

„Ich finde es wichtig, dass diese Anzeichen christlicher Kultur wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken“, sagt Monika Kleine-Bleck, für sie bedeuten die Wegekreuze ein Stück Heimat. Das Kreuz sei einfach ein positives, hoffnungsvolles Zeichen, ergänzen die anderen. „Und ein Wegekreuz lädt immer zum Verweilen ein, man kann kurz Pause machen und einen Moment innehalten“, sagt Cornelia Kleine-Kraiss.

Um die Kreuze instand setzen zu können, braucht es Geld. Geld, dass die Frauen unter anderem bei kleinen Advents- und Weihnachtsmärkten oder bei anderen Gelegenheiten einsammeln. Ab Donnerstag sind in mehreren Läden in Laurensberg und Richterich die handgefertigten Weihnachtskarten erhältlich – auch diese werden gegen eine Spende abgegeben.

Das nächste Kreuz, das die Damen wieder in Ordnung bringen wollen, ist das Kreuz direkt unterhalb der Pfarrkirche St. Laurentius in Laurensberg. „Das ist etwas abgesackt und steht schief“, sagt Cornelia Kleine-Kraiss. Im Laufe der Zeit haben die Frauen übrigens auch festgestellt, dass sie nicht die einzigen sind, die sich um Kreuze kümmern: „Es gibt an vielen Stellen Vereine oder Privatpersonen, die sich um ein bestimmtes Kreuz kümmern, weil es ihnen wichtig ist“, sagt Cornelia Kleine-Kraiss.

Mehr von Aachener Nachrichten