Aachener Weihnachtsmarkt mit vielen Neuigkeiten

Aachener Weihnachtsmarkt : Budenzauber bekommt neuen Schwung

Wo es bald nach Zimt, Printen, Reibekuchen und Glühwein duftet, riecht es noch nach Arbeit. Von wegen „Stille Nacht“, es singen die Sägen. Überall wird geschraubt, gebohrt und gehämmert.

180 Lasterladungen Material für den imposanten Budenzauber hat die Mannschaft von Gastronom Alwin Fiebus in die Innenstadt gekarrt. Am Freitag, 23. November, gehen die Lampen an. Nicht nur an den Glühweinständen. Allein der neun Meter hohe Weihnachtsbaum neben dem Karlsbrunnen trägt 15.000 Lichtlein. Fast zwei Kilometer LED-Girlanden verbauten die Techniker entlang rund 145 Buden.

Was auf den ersten Blick so aussieht wie immer, entwickelt sich dennoch stetig weiter – nicht nur hinter den hölzernen Kulissen. Neuigkeiten verkündet Manfred Piana, Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City, der den Weihnachtsmarkt zum 46. Mal veranstaltet, deshalb dieses Jahr am Holzgraben. Da feiert nämlich das Eisstockschießen auf drei je zwölf Meter langen Acrylglas-Bahnen Premiere (Reservierung per Mail). 24 Spieler können hier parallel antreten. „Bis zum 6. Januar, also länger als der Weihnachtsmarkt, wollen wir hier auf dem Adventsmarkt für attraktivere Angebote als in den Vorjahren sorgen“, sagt Piana. „Wir verstehen das als wunderbare Ergänzung zum eigentlichen Weihnachtsmarkt, der sonst ja gerade zu besucherstarken Zeiten aus den Nähten platzen könnte“, erläutert er.

Deshalb hat man auch den Glühweinstand „Hütte 16“ ein weiteres Mal versetzt, und zwar an die Ecke des Elisengartens Richtung Münsterplatz. „Der Zulauf ist beträchtlich, das Publikum liebt den Stand – zumal der Elisengarten dort dank Kunstrasens erstmals grün wird. Die Kritik einzelner Menschen an der Standortwahl erschließt sich uns nicht“, erläutert Piana – rät zu etwas mehr entspannter Toleranz. 130 Händler, Handwerker, Künstler und Gastronomen sind diesmal vor Ort. Wobei der Anteil der Gastronomie nur 21 Prozent betrage. „Noch wichtiger ist uns allerdings, dass knapp 75 Prozent der Anbieter aus der Region stammen“, bekräftigt der Veranstalter. Und dass sich die Besucher wohl und sicher fühlen. Von drei Seiten ist der Markt nun dank neuer „Anti-Terror-Poller“ vor Angriffen geschützt. Das Sicherheitskonzept wird optimiert.

Apropos steigern: Ganz oben will man endlich bei der Abstimmung zum „Best European Christmas Market“ landen. Die Abstimmung läuft ab dem 30. November für zehn Tage. Aachen ist für die Top Ten gesetzt. Seine Stimme kann jeder vor Ort abgeben – es gibt unbegrenztes Gratis-WLAN dank der Kooperation mit der Stadt Aachen und NetAachen.

In Sachen Ökologie macht der Weihnachtsmarkt ebenso einen Schritt nach vorne. In drei Jahren will man komplett plastikfrei zum Bummel laden. Schon vorbildlich: Der Oecher Glühwein-Treff, der älteste Glühweinstand Aachens, agiert besonders umweltbewusst und ist jetzt ganz offiziell der erste klimaneutrale Glühweinstand in Deutschland. „Wir haben alle unsere Arbeitsprozesse und Produkte überprüft, wo möglich Emissionen reduziert und kompensieren alle unvermeidbaren Emissionen über ein von den Vereinten Nationen unterstütztes Klimaprojekt von ,myclimate’ für sauberes Trinkwasser in Uganda“, erläutert Marcel Schmitz, der den Glühweinstand in zweiter Generation führt.

Erster klimaneutraler Glühweinstand Deutschlands: Marcel Schmitz hofft auf Nachahmer. Foto: Andreas Steindl

Schon seit über 42 Jahren arbeitet Familie Schmitz mit dem rheinhessischen Weingut Keth zusammen. Es geht um Qualität und kurze Transportwege. „Für konventionellen Glühwein werden nämlich sonst oft Wein-Restposten auf der ganzen Welt aufgekauft und anschließend mit Gewürzen und Zucker auf einen immer einheitlichen Geschmack getrimmt“, schildert der 38-Jährige. So soll auf dem Weihnachtsmarkt nicht nur übers klirrende Winterwetter, sondern auch über den Klimawandel gesprochen werden. Auch eine Baustelle, die  nach einer Menge Arbeit riecht.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Weihnachtsmarkts.

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