Aachen: Aachener und Naumburger feiern 30-jährige Städtepartnerschaft

Aachen : Aachener und Naumburger feiern 30-jährige Städtepartnerschaft

„Wir begehen heute die Perlenhochzeit dieser Partnerschaft, deren Silberjubiläum wir vor fünf Jahren gefeiert haben“, erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp am Samstagvormittag beim Festakt im Krönungssaal des Aachener Rathauses.

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Naumburg waren rund 140 Gäste aus Naumburg mit drei Bussen für das Wochenende in Aachen angereist. Sie alle erwartete ein großes Programm mit vielen Gelegenheiten zum Austausch und zu kulturellen Besichtigungen. Höhepunkt des offiziellen Teils war die Feierstunde. Anstelle der „üblichen Reden“ gab es viele herzliche Worte.

Handschlag zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Aachen-Naumburg zwischen den Oberbürgermeistern Bernward Küper (kleines Bild, links) und Marcel Philipp. Beim offiziellen Festakt im Krönungssaal waren auch 140 Naumburger dabei. Foto: Heike Lachmann

„Es ist heute ein besonderer Festakt. Und Perlen passen zu den langsam gewachsenen, beständigen und einzigartigen Beziehungen. Diese Städtepartnerschaft ist ein wunderbares Schmuckstück geworden“, erklärte Marcel Philipp. Die Jugend zu mobilisieren, war ihm und den Vertretern von Naumburger Seite ein Anliegen. „Es geht um den Wunsch, junge Leute für den Austausch zwischen beiden Städten zu mobilisieren, die dabei helfen, das Herz der Partnerschaft weiter schlagen zu lassen.“

Begegnung der Bürger

Blumenschmuck in den Naumburger Stadtfarben Rot und Weiß zierte die Bühne. Neben den Treffen auf der Ebene der Rathäuser, ist es die Begegnung zwischen den Bürgern, die diese Städtepartnerschaft besonders prägt. „Diese wird erleichtert dadurch, dass es sich um eine innerdeutsche Partnerschaft handelt“, betonte der Oberbürgermeister.

Seit der ersten Unterzeichnung 1988, als es noch eine zwischenstaatliche Partnerschaft war und die Naumburger kaum Gelegenheit zu freien Reisen hatten, habe sich viel verändert. „Am Anfang konnten die Beziehungen dementsprechend nicht gelebt werden. Das änderte sich mit der Wende, die eine Zeit grenzenloser Begegnungen eröffnete“, betonte Philipp.

Sein Naumburger Kollege, Oberbürgermeister Bernward Küper, hatte eine so lange Dankesliste, dass er beinahe gar kein Ende seines Grußwortes fand. „So vielseitig sind unsere Kontakte zwischen den Pfarrgemeinden, Chören, Sportvereinen, Ingenieuren und Unternehmern. Diese Partnerschaft wird von den Bürgern gelebt“, betonte Küper.

Kirschen und Printen sind heute die Symbole der Städtepartnerschaft. Und es vergeht keine Gelegenheit, wo Küper die Öcher Printen nicht lobt. Er trug sich in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein und betonte: „An Weihnachten habe ich noch Printen genossen.“

Helga Heilig vom Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut erinnerte daran, dass der damalige Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden und der weltweit bekannte Aachener Kunstsammler Peter Ludwig die Initiatoren der Städtepartnerschaft waren. Der Rat votierte damals für die Stadt an der Saale, die rund 400 Kilometer Luftlinie entfernt ist und wie Aachen von ihrem Dom, der reichen Historie und der einst florierenden Tuchindustrie geprägt wurde.

„Wir wollen uns weiter kennenlernen und die bestehenden Freundschaften vertiefen“, betonte Stefanie Luczak, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Aachen-Naumburg. Sie würdigte die langjährige Partnerschaftsarbeit auf Aachener Seite durch das Ehepaar Brigitte und Rolf Igel sowie Elke Crumbach und die Verdienste von Armin Müller, dem stellvertretenden Naumburger Oberbürgermeister. Armin Müller sei ein Aktivposten des Austauschs. Und ausgerechnet am Festtag feierte er seinen Geburtstag.

Der Präsident des Vereins Öcher Platt, Manfred Birmans, kam in seinem herrlich lustigen Beitrag zu dem Schluss, dass die Stifterfigur des Naumburger Doms, Uta, und der Aachener Stadtpatron Karl der Große, doch eigentlich ein ganz hervorragendes Paar abgegeben hätten.

Bleibende Erinnerung

Viele Verbindungen auf allen Ebenen prägen die Städtepartnerschaft. Christian Schirner von der Naumburger Freiwilligen Feuerwehr fuhr an diesem Vormittag mit seinem Aachener Kollegen Ralf Paulen per Feuerwehrwagen auf dem Aachener Markt vor. Natürlich gab es zur bleibenden Erinnerung auch ein Gruppenbild vor dem Rathaus.

Die musikalische Untermalung der Feierstunde übernahm der gemischte Chor Harmonie Naumburg unter Leitung von Sebastian Bürg mit einem internationalen Programm unter dem Motto „Singen macht Spaß!“. Zum Ausklang boten sie das zur Partnerschaftshymne umfunktionierte Lied „An der Saale hellem Strande“ dar, das jeder Naumburger von klein auf mitsingen kann. „30 Jahre sind wir Partner, sahen uns so manches Mal. Ob in Naumburg oder Aachen, Freunde gibt es allemal“, heißt es darin.

Im Anschluss an den Rathaus-Festakt folgten Führungen durch Dom, Schatzkammer und Ludwig Forum. Am Sonntag besuchten die Naumburger Freunde zum Abschluss einen Gottesdienst im Aachener Dom. Die Vorfreude auf den Gegenbesuch der Aachener zum diesjährigen Kirschfest Ende Juni ist bereits groß. Auch die Stadtgarde Oecher Penn reist mit rund 130 Aktiven in die Partnerstadt.

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