Aachener Tafel: 2054 Kisten für Bedürftige in der Stadt

Weihnachtskisten-Aktion : „Die Menschen denken aneinander, das ist berührend“

Die Tafel-Mitarbeiter sind zufrieden: Genau 2054 Weihnachtskisten haben die Aachenerinnen und Aachener für Bedürftige gepackt und zum Alten Kurhaus gebracht. Am Dienstag sind die Leckereien an dankbar lächelnde Tafel-Kunden verteilt worden.

Mit suchendem Blick schaut die Tafel-Kundin in die Weihnachtskisten, die von Aachenerinnen und Aachenern liebevoll verpackt und gefüllt worden und von den Tafel-Mitarbeitern im Ballsaal des Alten Kurhauses aufgebaut worden sind. „Am besten wäre eine Kiste mit Kakao oder so was drin, dann freuen sich die Kinder“; sagt sie leise zu der Mitarbeiterin der Tafel, die sie beim Aussuchen der Kiste begleitet und dabei hilft, das für sie passende zu finden.

Unter den zahlreichen Tafel-Mitarbeitern an diesem Dienstag ist Safa, 22 Jahre, aus Nazareth in Israel. Sie absolviert seit September ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) bei der Aachener Tafel. „Mir war wichtig, vor meinem Studium etwas zu tun, womit ich Menschen helfe. Und genau das tun wir bei der Tafel, Menschen helfen“, erzählt sie. Die Weihnachtskisten-Aktion von Tafel, dem Westdeutschen Rundfunk und vom Medienhaus Aachen, die in diesem Jahr bereits zum 15. Mal stattfindet, erlebt sie erstmals. „Das ist toll“, sagt sie. „Die Menschen denken aneinander, das ist berührend.“

Berührend ist auch die Atmosphäre, die an diesem Tag im Ballsaal herrscht. Die Stimmung ist entspannt, alle scheinen gut gelaunt und voller Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Junge Tafel-Helferinnen tragen für ältere Damen Weihnachtskisten in einen Nebenraum, in dem sie die Lebensmittel in aller Ruhe in ihrem Einkaufstrolley verstauen können.

Mit ihren zufriedenen Kunden lächelt an diesem Dienstag auch Tafel-Chefin Jutta Schlockermann um die Wette. „Ich bin immer froh, wenn alles geklappt hat“, sagt sie. Auch nach 15 Jahren Erfahrung stelle sich noch keine Routine ein.

Hinter der Aktion steckt ein enormer logistischer Aufwand, viele helfende Hände und natürlich die vielen spendenbereite Aachener Bürgerinnen und Bürger. 2054 Kisten sind es in diesem Jahr geworden. Das reicht, um den Tafel-Kunden ein schönes Weihnachtsessen zu bescheren. Prall gefüllte Kisten gibt es reichlich, aber nicht nur für die großen Familien unter den Tafel-Kunden. Auch ältere alleinstehende Frauen freuen sich über große Kisten, damit sie an Weihnachten Kinder und Enkel bekochen können.

Auch für diejenigen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, gibt es ein festliches Weihnachtsmahl. Für diese Kunden gibt es am kommenden Wochenende einen Sondertermin in den Räumen der Tafel an der Clermontstraße. „Wir haben uns da für einen Samstagstermin entschieden, damit die Kunden sich beispielsweise von einem Verwandten fahren lassen können, der unter der Woche keine Zeit dazu hat“, erklärt Schlockermann. Und nicht nur das: Auch für die Notunterkünfte der Stadt Aachen, in denen viele obdachlose Menschen die Feiertage verbringen werden, sind auch noch Hunderte Kisten übrig.

„Weihnachten ist ein Fest der Menschlichkeit, ein Fest der Familie“, sagt Bufdi Safa. Für sie selbst werde es in diesem Jahr ein bisschen schwierig, weil ihre Familie in Nazareth lebt. „Aber ich habe in Aachen gute Freunde gefunden, mit denen werde ich Weihnachten feiern“, sagt sie lächelnd.