Aachen: Aachener SPD plant schon für die Kommunalwahl 2020

Aachen : Aachener SPD plant schon für die Kommunalwahl 2020

Bei der Suche nach einem Oberbürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 muss die Aachener SPD in die zweite Runde gehen. Wie der Parteivorsitzende Karl Schultheis auf Anfrage mitteilt, konnte im ersten Ausschreibungsverfahren noch kein geeigneter Kandidat gefunden werden.

Die Bewerbung eines Interessenten sei wegen des fehlenden Wohnsitzes in Aachen nicht in Betracht gekommen. Bis Ende April lief die erste Ausschreibung in dem von der SPD vorgesehenen Nominierungsverfahren für die Spitzenkandidaturen zur Wahl des Oberbürgermeisters und des Städteregionsrats.

Der Fahrplan sieht vor, die beiden wichtigen Personalien möglichst vor den Sommerferien zu klären. „Wir wollen möglichst früh feste Zusagen und nicht nur wahrscheinliche Zusagen haben“, betont Schultheis.

Unliebsame Überraschungen wie bei der Kommunalwahl 2014 will die SPD diesmal unbedingt vermeiden. Damals wurde zunächst über eine Kandidatur von Thomas Hissel spekuliert, der dann aber zurückzog und damit kurzfristig Björn Jansen das Feld überließ. Er scheiterte deutlich gegen Amtsinhaber Marcel Philipp (CDU).

Philipps unbestritten starke Position dürfte ein wesentlicher Grund für die Probleme der SPD sein, einen geeigneten Kandidaten zu finden. Ohnehin werde es immer schwieriger, engagierte Menschen für die politische Arbeit zu finden, sagt Schultheis. „Die Arbeit ist sehr zeitaufwendig.“ Hinzu kommt in diesem Fall, dass es im Moment nicht danach aussieht, als könne ein SPD-Bewerber Philipp tatsächlich gefährlich werden.

Ernsthafte Chancen

Anders liegen die Dinge in der Städteregion. Dort tritt Amtsinhaber Helmut Etschenberg aller Voraussicht nach nicht erneut zur Wahl an. Schon im letzten Wahlgang konnte er seinen Posten nur äußerst knapp verteidigen. Gegen einen unbekannteren neuen Gegner kann sich die SPD daher ernsthafte Chancen ausrechnen.

Seitens der SPD in Aachen-Stadt liege auch „eine sehr ernsthafte Bewerbung“ vor, erklärt Schult­heis. Den Namen will er allerdings noch nicht nennen, da die Personalie noch mit dem SPD-Unterbezirk in der Städteregion abgestimmt werden müsse. In der Aachener Kommunalpolitik fällt jedoch schon jetzt immer wieder ein Name als potenzielle Interessentin: Daniela Jansen.

Die frühere Landtagsabgeordnete gilt als fleißig, kompetent und ehrgeizig. Vor allem aber ist die 40-Jährige eine exzellente Wahlkämpferin. So konnte sie 2012 ihrem namhaften CDU-Konkurrenten Armin Laschet das Direktmandat für den Landtag abjagen, im vergangenen Jahr ist sie dem jetzigen Ministerpräsidenten trotz starker SPD-Verluste nur knapp unterlegen.

Zu ihren Ambitionen als künftige Städte­regionsrätin äußert sie sich nicht. Auf Anfrage teilt sie einzig mit, dass sie derzeit mit ihrem kürzlich angetretenen Job bei der IG Metall zufrieden sei. Die CDU wird ihren Städteregionsratskandidaten voraussichtlich erst im nächsten Jahr küren.

Neuer Parteichef?

Als mögliche OB-Kandidaten der SPD werden unter anderem Ratsherr Boris Linden (40), Sohn des ehemaligen Oberbürgermeisters Jürgen Linden, sowie Verdi-Gewerkschaftssekretär Mathias Dopatka (37) gehandelt. Dopatka gilt auch als ganz heißer Anwärter für den Posten des SPD-Parteivorsitzenden, sofern Karl Schultheis im September nicht erneut kandidieren wird.

(gei)
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