Aachener sind beim WLAN äußerst kreativ

Stadtspaziergang : Aachens lustigste WLAN-Namen

Geht man durch die Stadt, zückt sein Smartphone und prüft, ob WLAN-Netze angezeigt werden, in die man sich theoretisch einloggen könnte, ist das mitunter ganz schön amüsant. Da landet man schnell im „Abenteuerland“ oder auch mal im „Ententeich“.

Rund um Dom und Rathaus gibt es zudem das städtische City-Wifi – mit weit weniger lustigem Namen, aber demselben Effekt. Viele Cafés und Geschäfte bieten bereits freies WLAN für ihre Kunden an, und Freifunk gibt es auch an einigen Stellen der Stadt. Angezeigt werden bei der Suche nach dem freien Zugang aber auch die privaten Netzwerke in der Nähe. Und je nachdem, wo man sich befindet, ist der Blick in die Liste der verfügbaren Internetzugänge ein unterhaltsamer Zeitvertreib.

Denn die Aachener sind durchaus kreativ bei der Namensfindung. Da gibt es Netze namens „Obi-Lan Kenobi“, „Lord Voldemodem“ und „Hermann, 58, jung geblieben“. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und tatsächlich kann es sinnvoll sein, den Namen des WLANs zu Hause anzupassen. „Der Name des WLANs spielt unter dem Aspekt Sicherheit überhaupt keine Rolle. Es macht aber Sinn, die Standardnamen der Hersteller zu ändern. Damit vermeidet man, wenn der Nachbar den gleichen Router und die gleiche SSID (WLAN-Name) verwendet, dass es zu Verwirrungen kommt“, sagt IT-Experte und Freifunk-Mitorganisator Felix Bosseler. Die Freifunker sind eine locker organisierte Gruppe von Menschen, die der Meinung sind, dass jeder einen Zugang zum Internet haben sollte, auch wenn man sich keinen Vertrag bei einem kommerziellen Anbieter leisten kann.

Bosseler erzählt, es habe auch mal eine Phase gegeben, da hielt man es für eine gute Idee, den Namen des WLANs gar nicht erst anzeigen zu lassen. Doch Vorteile habe diese Methode nicht. „Erstens findet man den Namen trotzdem ohne großen Aufwand und zweitens unterscheiden viele Geräte nicht mal mehr danach, ob ein Name (SSID) versteckt ist oder nicht“, so Bosseler weiter. Wäre ja auch fast zu schade, wenn die witzigen WLAN-Namen nicht mehr angezeigt würden.

Foto: grafik

In Aachen scheint es da nämlich klare Trends zu geben, vornehmlich in den Ecken der Stadt, wo viele junge Leute, beispielsweise Studenten leben. Höchst beliebt sind Namen aus dem Bereich der Popkultur, rund um Serien, Filme und Personen wie „KingsLANding“ (aus Game of Thrones), „Gryffindor Gemeinschaftsraum“ und „Hogwarts Great Hall Wifi“ (aus Harry Potter) und „Alice im WLAN-Land“. Aber auch Wortspiele rund um das Thema Internet liegen hoch im Kurs, so zum Beispiel  „W-lahm“, „Pretty fly for a Wifi“ und „Martin Router King“. Und dann gibt es noch Namen, deren Hintergrund man nicht hinterfragen sollte: so etwa „Hundehaufen“, „Vollhorst“, „Baerenhoehle“ oder „Ponyclub“. Die Favoriten der Autoren sind jedenfalls „HackspeckWurstEmpfangStation“, „Mit Schokolade ummantelt“ und der „Huebschlingstreff“.

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